REUTLINGEN. Am ehemaligen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) wird am Dienstag, 25. November, die Rote Bank als Zeichen gegen Gewalt an Frauen eingeweiht. Sie steht als Mahnmal und Symbol für Zivilcourage – und soll daran erinnern, bei Gewalt nicht wegzusehen, sondern hinzuhören und zu handeln. Die Einweihung ist Teil der Veranstaltungsreihe rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November.
Unter der Koordination von Rahel Rose, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Reutlingen, bieten von Mittwoch, 12. November, bis Mittwoch, 4. Dezember, zahlreiche Initiativen, Organisationen und Einrichtungen, Workshops, Diskussionen, Vorträge, Lesungen und kulturelle Veranstaltungen. Ziel ist es, Gewalt sichtbar zu machen, Betroffene zu stärken und das gesellschaftliche Bewusstsein für Gleichstellung und Menschenwürde zu schärfen. »Der Weg zu einer gewaltfreien Gesellschaft beginnt mit Gewaltschutz – durch Aufklärung, Bildung und konsequenter Unterstützung der Betroffenen«, betont Oberbürgermeister Thomas Keck.
Realität im Rotlichtmilieu
Den Auftakt macht am Mittwoch, 12. November, die Katholische Erwachsenenbildung mit dem Vortrag »Mitten im Milieu, mitten im Leben« im Spitalhofsaal (20 bis 22 Uhr), in dem Wilbirg Rossrucker über Menschenwürde, Ausstiegshilfe und die Realität im Rotlichtmilieu spricht. Tags darauf, am Donnerstag, 13. November, ab 16 Uhr, laden der Verein gÖrls und die Frauengeschichtswerkstatt Reutlingen zu »DemokraTEA and Cookies« ins Mädchenhaus ein. Referentin Sylvia Lange spricht über »Digitale Welt. Demokratie. Frauen«.
Am Mittwoch, 19. November, wird es politisch: Das Reutlinger Bündnis für das Nordische Modell diskutiert im Spitalhof (18 bis 20.30 Uhr) über »Frauen. Haltung. Politik. – Das Nordische Modell im Gespräch« – und über Wege, Frauen vor Ausbeutung und Menschenhandel zu schützen.
Das Frauenforum Reutlingen lädt am Montag, 24. November, gemeinsam mit der Volkshochschule Reutlingen und dem Verein Vitamin Kunstprojekte zum Workshop »(Männliche) Macht versus (weibliche) Ermächtigung?« (18 bis 21 Uhr) in der VHS ein. Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, finden gleich mehrere Aktionen statt. Um 15.30 Uhr weiht Oberbürgermeister Keck am ehemaligen ZOB die Rote Bank ein, gefolgt vom traditionellen Fahnehissen gegen Gewalt um 16 Uhr am Rathaus. Die Veranstaltung wird vom Frauenforum Reutlingen in Zusammenarbeit mit dem Frauenhaus, dem Verein gÖrls , der Fakultät NXT der Hochschule Reutlingen sowie dem Amt für Integration und Gleichstellung der Stadt Reutlingen organisiert.
Am Abend zeigt das Frauenforum Reutlingen gemeinsam mit dem Verein Vitamin Kunstprojekte im Kamino den Film »Juli 76 – Das Private ist politisch« (18 bis 20 Uhr) mit anschließender Diskussion. Weiter geht es am Mittwoch, 26. November, mit der Lesung »Helenes Stimme« von Sanne Jellings in der Stadtbibliothek (18.30 bis 20 Uhr). Am Sonntag, 30. November, folgt das Kleinkunstfest »Aufrecht gehn« im Kulturzentrum franz.K (ab 18 Uhr) – ein Abend von und mit Frauen mit und ohne Migrationsgeschichte, die sich mit Musik, Lyrik und Theater gegen Gewalt erheben.
Zwei Kampagnen
Veranstaltet wird das Fest vom Frauenforum Reutlingen mit Unterstützung von Courage Frauen, Gewerkschaftsfrauen, dem Verein gÖrls, dem Diakonieverband Reutlingen, Ferda international, franz.K und dem Amt für Integration und Gleichstellung.
Den Abschluss bildet am Donnerstag, 4. Dezember, um 16 Uhr eine neue Ausgabe von »DemokraTEA and Cookies« im Mädchenhaus Reutlingen – diesmal zum Thema »Frauen, Frieden & Freiheit« mit Referentin Irmgard Hofer, organisiert vom Verein gÖrls, Omas gegen Rechts und der Frauengeschichtswerkstatt Reutlingen.
Begleitet wird die Aktionszeit in Reutlingen von zwei Kampagnen: Unter dem Motto »Wir haben die Nase voll!« gibt es Taschentuchpäckchen mit Informationen zu Hilfsangeboten in Apotheken und Arztpraxen. Zudem machen Papiertüten mit der Aufschrift »Gewalt kommt nicht in die Tüte« in Bäckereien und Geschäften auf das bundesweite Hilfetelefon »Gewalt gegen Frauen« (116 016) aufmerksam. Alle Informationen zum Programm gibt es auf der städtischen Homepage. (eg)

