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Aktuell Corona

Tagesmütter dürfen sich wieder um Kinder kümmern

Ein Stück Normalität für die Kindertagespflege. Fortbildung erfolgt online

Schritt in Richtung Normalität: Tagesmütter (und -väter) dürfen Kinder seit Anfang dieser Woche wieder betreuen. FOTO: DPA
Schritt in Richtung Normalität: Tagesmütter (und -väter) dürfen Kinder seit Anfang dieser Woche wieder betreuen. FOTO: DPA
Schritt in Richtung Normalität: Tagesmütter (und -väter) dürfen Kinder seit Anfang dieser Woche wieder betreuen. FOTO: DPA

REUTLINGEN. Seit dieser Woche dürfen Tagesmütter und -väter wieder fast regulär betreuen. Seit dem 17. März waren Kindergärten und Krippen geschlossen, und auch Tagesmütter und Kinderfrauen durften, abgesehen von einem Notdienst, keine Kinder mehr betreuen. Jetzt kann alles wieder recht normal laufen, einzig sogenannte »Sharing-Plätze«, bei denen sich zwei Kinder einen Platz teilen, indem sie ihn zu verschiedenen Zeiten in Anspruch nehmen, sind noch verboten.

Momentan dürfen bereits angemeldete Kinder wieder betreut werden, der Tagesmütterverein rechnet damit, dass in absehbarer Zukunft auch wieder neue Kinder in die Betreuung aufgenommen werden dürfen. »Wir freuen uns, dass dieser Schritt hin zu mehr Normalität für die Kinder, Eltern und Tagesmütter im Landkreis möglich ist«, sagt Anne Mack, Geschäftsführerin des Vereins Tagesmütter Reutlingen. Für die Zukunft rechnet der Verein damit, dass die Nachfrage nach Kindertagespflege und Kinderfrauen durch die Coronakrise weiter steigen wird. »Die kleinen familiären Gruppen, die von jeher ein besonderes Merkmal der Kindertagespflege sind und individuelle, flexible und passgenaue Betreuung ermöglichen, erweisen sich in der Pandemie auch als Vorteil in Bezug auf den Infektionsschutz«, erklärt Anne Mack.

In der Kindertagespflege werden maximal fünf Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren von einer Tagesmutter im eigenen Haushalt betreut, in sogenannten TigeR- Gruppen (Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen) betreuen mindestens zwei Tagesmütter bis zu neun Kinder im Alter bis drei Jahre. Kinderfrauen kümmern sich um die Kinder im Haushalt der Eltern.

Wie überall war auch die Situation in der Kindertagespflege in den letzten Wochen oft ungewiss, und die Vorgaben für die Kinderbetreuung wurden mehrfach dem aktuellen Geschehen angepasst. Entsprechend hoch war der Beratungsbedarf bei Eltern und Tagesmüttern. Die Fachberater des Tagesmüttervereins waren in dieser Zeit Ansprechpartner für Eltern und Tagespflegepersonen.

»Wir sind den Eltern und Tagesmüttern sehr dankbar für die Geduld und das Verständnis, mit der sie diese schwierige Situation mittragen, und haben uns sehr über Solidaritätsbekundungen gefreut, die wir zum Beispiel in Form von selbst genähten Masken von einer engagierten Tagesmutter für unsere Mitarbeiterinnen erhalten haben«, sagt Anne Mack.

Um den Bedarf an Kindertagespflegeplätzen zu decken, arbeitet der Verein mit Hochdruck daran, die Gewinnung von neuen Tagesmüttern und -vätern und die Qualifikation von angehenden Betreuern den Erfordernissen des Infektionsschutzes anzupassen.

Voraussichtlich nach Pfingsten dürfen wieder Präsenzveranstaltungen für die Qualifikation angehender Tagesbetreuer und Infoveranstaltungen für an der Tätigkeit Interessierte angeboten werden, wenn die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Der Tagesmütterverein hat in den vergangenen Wochen digitale Formate erprobt und plant in Zukunft die Qualifikation von Tagesmüttern als eine Mischung aus Präsenzveranstaltungen in kleinen Gruppen und Selbstlerneinheiten anzubieten. Die Kurse zur Qualifikation und Fortbildung, die zunächst verschoben werden mussten, laufen seit Kurzem online wieder an. »Wir stellen uns dieser Herausforderung und suchen einen guten Weg, um auch in der Krise Tagesmütter zu qualifizieren, neue Tagesmütter anzusprechen und Betreuungsverhältnisse zu vermitteln«, so Anne Mack. (eg)