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Reutlinger Bürgerstiftung steigert Fördersummen

Reutlinger Bürgerstiftung gibt Zahlen des Jahres 2025 bekannt: Fast 116.000 Euro verteilt. Große Erbschaft führte zu deutlich mehr Ausschüttungen.

Sie freuen sich als Vorstand darüber, dass die Bürgerstiftung 2025 so viel Geld verteilen konnte, (von links) Dr. Hans Hamann, D
Sie freuen sich als Vorstand darüber, dass die Bürgerstiftung 2025 so viel Geld verteilen konnte, (von links) Dr. Hans Hamann, Dr. Gregor Völker, Birgit Erbe und Dr. Ingo Wolff. Foto: Norbert Leister
Sie freuen sich als Vorstand darüber, dass die Bürgerstiftung 2025 so viel Geld verteilen konnte, (von links) Dr. Hans Hamann, Dr. Gregor Völker, Birgit Erbe und Dr. Ingo Wolff.
Foto: Norbert Leister

REUTLINGEN. Insgesamt fast 116.000 Euro hat die Reutlinger Bürgerstiftung im laufenden Jahr an 36 Projekte ausgeschüttet. »Vor 23 Jahren war bei der Gründung der Stiftung nicht absehbar, dass wir einmal so eine große Summe Geld vergeben könnten«, betonte Dr. Hans Hamann am Freitag bei der Präsentation der diesjährigen Zahlen. In den ersten Jahren dieser besonderen Stiftung konnte fast nichts ausgeschüttet werden, dann stiegen die Beträge langsam an, »bis wir dann im vergangenen Jahr eine große Erbschaft machten«, so der Vorsitzende der Stiftung.

Das Erbe habe den Kauf von Gebäuden ermöglicht, darunter eines mit drei Wohnungen in Betzingen und die Stephanuskirche in Rommelsbach. »Wir haben durch Zufall von dem Verkauf der Kirche gehört«, berichtete Dr. Gregor Völker, der sich den Vorstand der Bürgerstiftung mit Hamann, Birgit Erbe und Dr. Ingo Wolff teilt. Weil die Stiftung durch die Erbschaft über entsprechende Mittel verfügte, wurde entschieden, das Haus zu kaufen, zu sanieren und zu vermieten. Weitere Einnahmen erhält die Stiftung über eine Eigentumswohnung in Kaiserslautern. »Wir haben insgesamt jährlich Mieteinnahmen von 60.000 Euro«, betonte Hamann.

Fünf Unterstiftungen

Dass 2025 an die 120.000 Euro ausgeschüttet werden konnten, liege auch daran, dass hin und wieder Spenden über Geburtstage oder auch mal über Todesfälle eingehen. »Wir hatten vergangenes Jahr einen 60. Geburtstag, bei dem 10.000 Euro gespendet wurden«, erklärte Hamann. Als dritte Säule der Bürgerstiftung hätten sich bislang 44 Paten gefunden, die jährlich 250 Euro geben. »Mit dem Geld wird aber allein die Geschäftsstelle der Stiftung finanziert, denn die Verwaltung der Stiftung mit seinen fünf Unterstiftungen nimmt mittlerweile einen ziemlichen Raum ein.«

Gefördert wurden im laufenden Jahr Projekte wie der Arbeitskreis Flucht und Asyl für »Traumapädagogische Kindergruppen«, Wirbelwind zur »Unterstützung von Mitbetroffenen sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend« oder die Württembergische Philharmonie mit »KlangBrücken«, einem inklusiven Konzert in Kooperation mit der Kulturwerkstatt Reutlingen. Profitiert haben aber auch zahlreiche Schulen, wie etwa die Peter-Rosegger-Schule, die Waldschule Ohmenhausen, die Jos-Weiß- und auch die Eduard-Spranger-Schule.

Fördersummen bis zu 20.000 Euro

»Wir wollen damit keine staatlichen Löcher stopfen, sehen aber, dass der Bedarf riesig ist und die Stadt für freiwillige Leistungen immer weniger Geld zur Verfügung stellen kann«, betonte Gregor Völker. Die Masse der Förderanfragen aus den Bereichen Soziales, Kunst und Kultur liegt laut Völker zumeist zwischen 1.000 und 6.000 Euro. Mittlerweile würden sich die Bitten um Unterstützung auf mehr als 500.000 Euro summieren. So viel Geld könne die Bürgerstiftung nicht jedes Jahr ausschütten, aber: »Es ist schon möglich, dass wir nun Förderungen bis zu 20.000 Euro bewilligen können«, sagte Hans Hamann.

Über die Vergabe der Fördermittel entscheide im Übrigen nicht der vierköpfige Vorstand der Stiftung, sondern ein elfköpfiger Stiftungsrat, wie Wolff ausführte. Leiter dieses Rats ist Karl-Heinz Walter, der in Reutlingen als ehemaliger GWG-Chef bekannt sein dürfte. Oder als Sportkreisvorsitzender. »Wir machen als Vorstand Vorschläge zur Vergabe der Mittel – der Stiftungsrat entscheidet aber darüber«, so Hamann. »Wir haben uns lange dagegen gesträubt, Personalkosten zu fördern, sehen aber mittlerweile, dass bei Initiativen wie etwa dem Arbeitskreis Leben oder Wirbelwind Personalkosten anfallen, um die Menschen in Not zu beraten.« (GEA)