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Mehr Teilhabe für den Reutlinger Integrationsrat

Eine Frau mit Kopftuch schreibt »Integration« an ein Tafel.
Eine Frau mit Kopftuch schreibt »Integration« an ein Tafel. Foto: DPA/LUX
Eine Frau mit Kopftuch schreibt »Integration« an ein Tafel.
Foto: DPA/LUX

REUTLINGEN. Der Reutlinger Integrationsrat bekommt einen beratenden Sitz im Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss (VKSA). Das hat der Gemeinderat in jüngster Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen. Eine knappe Mehrheit der Gemeinderäte sprach sich allerdings dagegen aus, dem Wunsch des Gremiums nachzukommen, mit beratender Stimme auch in den beiden anderen beschließenden Ausschüssen, die für Bauen und Finanzen zuständig sind, vertreten zu sein. Grüne, SPD und Linke hätten dies begrüßt.

Zentrales Argument für die Gegner ist das Thema Präzedenzwirkung. Man fürchtet Begehrlichkeiten anderer Interessensvertreter wie BUND, Kreisseniorenrat oder Gerk, insbesondere aber auch der Sachverständigen aus den Bezirksgemeinden.

Beratung des Gemeinderats

Die Angesandten des Integrationsrats haben nun wenigstens im VKSA Rede- und Anhörungsrecht auch in nicht öffentlichen Sitzungen. Sprecherin Yasmin Nasrudin freute sich über den »Etappensieg nach einem Marathon«: Seit drei Jahren lag der Antrag auf dem Tisch. Das Gremium habe sich »weiterentwickelt, sei fachlich fortgeschritten« und will Expertise einbringen. Man möchte die Gemeinderäte in den Ausschüssen »stärken, beraten, unterstützen« bei den gesellschaftlich so relevanten Themen Migration, Flucht und Integration.

Der Wunsch nach Partizipation sei nachvollziehbar, beteuerte Verwaltungsbürgermeister Robert Hahn. Man habe sich »sehr intensiv« mit dem Thema beschäftigt. Seit Gründung des Gremiums 1984 sei die Einbindung der Integrationsräte »ein Dauerprozess«. Auch die Struktur wurde verändert. So sitzen unterdessen keine gewählten, sondern ernannte Vertreterinnen und Vertreter im Gremium. (igl)