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Kein Glätte-Chaos in Reutlingen und der Region, aber mehrere Unfälle

Rutschpartien und viele Unfälle waren befürchtet worden. Aber trotz glatter Straßen ist das große Chaos auf den Straßen in Reutlingen und der Region am frühen Morgen ausgeblieben.

Polizei Baden-Württemberg
Vor Blitzeis war gewarnt worden, aber es blieb ruhig. (Symbolbild) Foto: Marijan Murat/DPA
Vor Blitzeis war gewarnt worden, aber es blieb ruhig. (Symbolbild)
Foto: Marijan Murat/DPA

REUTLINGEN. Das Wetter hat einen kräftigen Umschwung im Südwesten hingelegt, aber auf den Straßen ist es trotz der Warnungen vor Blitzeis und Rutschpartien in der Nacht und am frühen Morgen weitgehend ruhig geblieben. Das befürchtete Glatteis-Chaos ist bislang ausgeblieben, so Martin Raff, Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen. In der Region Reutlingen/Tübingen gab es trotz einer amtlichen Unwetterwarnung vor extremem Glatteis kaum Einsätze.

»Wir hatten in der ganzen Nacht im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums nur drei Glatteisunfälle«, sagte Raff. Zum Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums zählen die vier Landkreise Reutlingen, Tübingen, Esslingen und der Zollernalbkreis. Am Morgen haben Kollegen acht weitere Unfälle aufgenommen, die auf Glätte zurückzuführen waren.

Autos überschlagen sich bei Münsingen und Gomadingen

Ersten Erkenntnissen zufolge unverletzt hat ein Fahrzeuglenker den Überschlag mit seinem Wagen am Montagmorgen überstanden. Der 34-Jährige befuhr kurz nach sechs Uhr mit einem Van der Marke Mercedes Vito die B465 von Ehingen in Richtung Münsingen. Vor Bremelau geriet der Transporter wohl aufgrund von Glätte ins Schleudern und kam nach rechts von der Fahrbahn ab. Dort überschlug er sich und landete auf dem Dach. Am Vito dürfte wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von schätzungsweise 20.000 Euro entstanden sein.

Eine 19-Jährige war auf der Fahrt von Ödenwaldstetten in Richtung Gomadingen mit ihrem Pkw ins Schleudern geraten. Die Mini-Fahrerin kam gegen 9.25 Uhr von der mit Schneematsch bedeckten Fahrbahn der K6735 ab, prallte gegen einen Regenablauf und überschlug sich. Der hinzugerufene Rettungsdienst brachte die leicht verletzte Frau in ein Krankenhaus. Am Pkw entstand Sachschaden in Höhe von etwa 10.000 Euro, er wurde von einem Abschleppdienst geborgen.

In Burladingen im Zollernalbkreis ist auf der schneebedeckten und abschüssigen Albstraße am späten Sonntagabend ein Auto ins Rutschen gekommen und gegen ein geparktes Fahrzeug geprallt. Am Auto der Unfallverursacherin, 24-jährige BMW-Lenkerin, befanden sich trotz der winterlichen Straßenverhältnisse nach wie vor Sommerreifen. Aufgrund der schweren Beschädigungen war der BMW nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Die Polizei schätzt den entstandenen Gesamtsachschaden auf mindestens 12.000 Euro.

Bei Reichenbach (Landkreis Esslingen) ist am frühen Montagmorgen ein Schaden in Höhe von etwa 20.000 Euro entstanden. Ein 29-Jähriger befuhr gegen 5.20 Uhr mit einem Mercedes-Benz die Saint-Savine-Brücke. Auf glatter Fahrbahn geriet sein Fahrzeug ins Schleudern und touchierte die Leitplanke. Der Pkw musste im Anschluss abgeschleppt werden.

Bei Meßstetten (Zollernalbkreis) ist ein Auto von der Straße abgekommen und musste abgeschleppt werden. Auf der Landstraße von Unterdigisheim herkommend in Richtung Nusplingen kam ein ein 21-Jähriger in seinem Peugeot 207 aufgrund Straßenglätte zunächst nach links von der Fahrbahn ab und rutschte gegen die Leitplanke. Anschließend drehte sich der Pkw und schlitterte in den rechtsseitigen Straßengraben. Der Peugeot musste daraufhin von einem Abschleppwagen geborgen und mit wirtschaftlichem Totalschaden in Höhe von zirka 12.000 Euro abtransportiert werden. Der Schaden an der Leitplanke wird auf 500 Euro geschätzt. 

»Es gab nach bisherigem Stand keine Verletzten, sondern nur Blechschäden«, so der Polizei-Sprecher. »Insgesamt ist die Unfalllage aktuell völlig unauffällig.« Das liege aus seiner Sicht einerseits daran, dass Streufahrzeuge in der Region schon frühzeitig zahlreich unterwegs waren, als auch an den Verkehrsteilnehmern selbst: »Die Leute haben offensichtlich ihre Fahrweise der Witterung angepasst.« 

Tödlicher Unfall auf der A81 bei Geislingen

Im Südwesten gab es Ausnahmen. Auf der A81 bei Geisingen (Kreis Tuttlingen) kam hingegen bei einem Unfall auf der Autobahn 81 ein Mensch ums Leben. Noch ist unklar, ob Glatteis die Ursache für den Unfall war. Weitere Details waren zunächst ebenfalls nicht bekannt. Mehrere Glatteisunfälle auf der A7 im Landkreis Heidenheim gingen am Sonntagabend glimpflich aus.

Glatteis könnte nach Einschätzung der Polizei auch einen Unfall am Morgen auf der Landstraße 354 zwischen Salzstetten und Waldachtal (Landkreis Freudenstadt) verursacht haben. Dort war ein Auto ins Schleudern gekommen und gegen einen Lastwagen geprallt. Eine Person erlitt schwere Verletzungen und musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Mehr Glück hatte am späten Sonntagabend die Fahrerin eines Kleinwagens auf der Bundesstraße 19 bei Aalen (Ostalbkreis). Mit ihrem Auto schleuderte sie über die zugefrorene Fahrbahn, der Wagen überschlug sich und landete auf dem Dach. Wie ein Sprecher der Polizei mitteilte, blieb die Frau unverletzt.

Temperaturen steigen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte in Baden-Württemberg vom Sonntagabend an mit Glatteis südlich der Donau und an der Alb gerechnet. Eine besondere Glatteisgefahr war für den Osten und Südosten von Stuttgart und Reutlingen/Tübingen bis ins Allgäu erwartet worden. Es sei auch Blitzeis möglich, hatten die Meteorologen gewarnt. Später werde die Bodentemperatur steigen und dadurch werde es eine Entwarnung geben. (GEA/dpa)