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Aktuell Innovation

Frauenpower für die Gründerszene in Reutlingen

Gründerinnen setzen mit ihren Perspektiven wichtige Impulse für die Startup-Szene

Das Center for Entrepreneurship gibt Frauen eine Bühne für ihre Gründungsideen.  FOTO: HOCHSCHULE
Das Center for Entrepreneurship gibt Frauen eine Bühne für ihre Gründungsideen. FOTO: HOCHSCHULE
Das Center for Entrepreneurship gibt Frauen eine Bühne für ihre Gründungsideen. FOTO: HOCHSCHULE

REUTLINGEN. Deutschland steckt voller Ideen, doch es fehlt an Innovationsmut. Die Gründungsmentalität schwankt stark nach Alter und Lebenssituation. Während viele etablierte Unternehmen im Umbruch stecken, entstehen die Geschäftsmodelle von morgen oft dort, wo junge Menschen mutig Neues wagen – in Startups, in Laboren und Hörsälen.

»Unternehmertum ist ein Mindset. Startups bringen frische Impulse, treiben Innovationen voran und schaffen neue Arbeitsplätze«, sagt Prof. Dr. David Feierabend, Präsidiumsbeauftragter für Entrepreneurship an der Hochschule Reutlingen. »Es ist toll, dass junge Leute bereit sind, so eine Verantwortung zu übernehmen«, ergänzt er und blickt dabei auf seine eigenen Erfahrungen als Unternehmensgründer. Laut KFW-Gründungsmonitor bilden die 18 bis 29-Jährigen inzwischen die größte Gruppe bei allen Gründungsformen.

»Startups bringen frische Impulse, treiben Inno- vationen voran, schaffen neue Arbeitsplätze«

Mit lebendiger Gründungskultur bereitet auch die Hochschule Reutlingen den Nährboden für die Innovationen von morgen. Seit 2017 sensibilisiert, qualifiziert und fördert das Center for Entrepreneurship (CfE) Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen der Hochschule rund um die Themen Innovation und Gründung. Events wecken Interesse, Workshops vermitteln Knowhow und die Unterstützung für Gründungswillige reicht von bereitgestellten Work- und Makerspaces bis zur Hilfe bei Förderanträgen.

In seiner Arbeit beobachtet Thomas Rehmet, Leiter des CfE, eine spannende Entwicklung: »Immer mehr junge Gründerinnen prägen die Szene mit neuen Perspektiven, Werten und Führungsstilen. Es ist höchste Zeit, dass mehr Frauen ihre Power in das Ökosystem einbringen!«

Denn »Female Entrepreneurship« unterscheidet sich in den Motiven und Zielen, vor allem aber in der Herangehensweise. Frauen gründen nicht weniger ambitioniert, doch häufig anders als Männer. Während diese oft auf Wachstum, Technologie und Investorenfinanzierung fokussieren, verfolgen viele Gründerinnen ein werteorientiertes, langfristiges Unternehmertum. Sie legen mehr Gewicht auf soziale Verantwortung, Nachhaltigkeit und Teamkultur. Damit bereichern sie die Szene – vorausgesetzt, sie erhalten die gleiche Sichtbarkeit und Unterstützung. Umso wichtiger ist es, Gründerinnen gezielt zu fördern, Barrieren abzubauen und weibliche Vorbilder sichtbar zu machen – gerade an Hochschulen, wo viele Gründungskarrieren beginnen. Deshalb setzt das Team vom CfE neue Schwerpunkte: Startup-Talks bieten vermehrt Gründerinnen eine Bühne und schaffen ein offenes Umfeld für einen inspirierenden Austausch.

Große Nachfrage gibt es für das Programm »Women Incubation Network Reutlingen« (winRT), das im Rahmen von »EXIST-Women« vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz angeboten wird. Das 12-monatige Qualifizierungsprogramm unterstützt Studentinnen, Absolventinnen und Wissenschaftlerinnen in der Phase vor der Gründung mit Workshops, Coachings und dem Zugang zu einem bundesweiten Netzwerk. Im Akzelerator-Programm »Stoff im Kopf«, das Gründungen mit Fokus auf »Fair, Fashion und Smart Textiles« fördert, tüfteln immer wieder Frauen auch an Hightech-Innovationen. Alumna Manuela Miller-Feigel und ihre Mitgründerin Franziska Nowak hatten es mit einer nachhaltigen Stoffwindel aus Hochleistungsfasern bis in »Die Höhle der Löwen« geschafft. Ein wunderbares Beispiel zweier Frauen auf ihrem Weg von der Vision bis zum Hightech-Unternehmen.