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67 Fachkräfte aus dem Ausland bereiten sich auf das Leben in der Region vor

Dahinter steckt das Hand in Hand for International Talents, ein bundesweites Pilotprojekt, an dem sich auch die IHK Reutlingen beteiligt.

Elektriker
Ein Mann arbeitet an einer Maschine. Foto: Soeren Stache/dpa
Ein Mann arbeitet an einer Maschine.
Foto: Soeren Stache/dpa

REUTLINGEN. Fachkräfte aus Brasilien, Vietnam und Indien könnten in den kommenden Monaten in die Region kommen, um bei heimischen Unternehmen als dringend benötigte Fachkräfte einzusteigen. In den drei Ländern drücken gerade 67 Frauen und Männer noch einmal die Schulbank, um vor allem Deutsch zu lernen. Dahinter steckt das Projekt »Hand in Hand for International Talents«, ein bundesweites Pilotprojekt, an dem sich auch die IHK Reutlingen beteiligt. »Hand in Hand« soll es Betrieben ermöglichen, Fachkräfte aus Drittstaaten zu gewinnen, die beruflich gut qualifiziert und erfahren sind.

In der Region machen bereits vier Unternehmen mit, zwei aus dem IT-Bereich und zwei aus der Industrie. Sie suchen Fachinformatiker und Experten in Elektrotechnik und Elektronik. »Es geht darum, die passenden Strukturen zu entwickeln, um geeigneten Fachkräften einen schnellen Zugang nach Deutschland zu ermöglichen, so wie es das Fachkräfteeinwanderungsgesetz von 2020 vorsieht«, erklärt Peter Teutemacher, der bei der IHK das Projekt betreut.

Die 67 Kandidatinnen und Kandidaten wurden vor Ort von den deutschen Auslandshandelskammern für das Gesamtprojekt geworben. Zusammen mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit werden derzeit Deutsch- und Deutschlandkenntnisse vermittelt sowie parallel die Anerkennung der bestehenden Abschlüsse vorangetrieben. »Aus den Rückmeldungen regionaler Unternehmen nehmen wir immer wieder mit, dass es an vielen Stellen Fachkräftebedarf gibt. Insofern passt das Projekt genau in die Zeit, wenn Corona hoffentlich bald hinter uns liegt«, so Teutemacher. Derzeit fehlen nach seiner Wahrnehmung gerade Expertinnen und Experten aus IT und Softwareentwicklung. »Das betrifft nicht nur reine IT-Unternehmen, sondern auch Betriebe mit eigener IT-Infrastruktur.«

Fachkräftemonitor der IHK

Laut jüngster Daten aus dem IHK-Fachkräftemonitor werden in der Region Neckar-Alb bis 2035 rund 58.000 Arbeits- und Fachkräfte fehlen. Mit technischer Ausrichtung gibt es allein 13.300 beruflich Qualifizierte zu wenig, darunter mehr als ein Drittel aus Forschungs- und Entwicklungsberufen sowie 42 Prozent im Maschinenbau und in der Textil- und Metallbearbeitung.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) beteiligt sich die IHK Reutlingen gemeinsam mit anderen IHKs, der DIHK Service GmbH, der Agentur für Arbeit sowie dem Netzwerk der Auslandshandelskammern (AHK) an dem Pilotprojekt »Hand in Hand for International Talents«.

»Hand in Hand« dient dazu, eine praxistaugliche Blaupause zu entwickeln, mit der in größerem Umfang Unternehmen in Deutschland und qualifizierte ausländische Fachkräfte mit Berufserfahrung zusammengebracht werden können. (eg)