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Aktuell Energiekosten

Reutlingen und Tübingen sparen bei der Weihnachtsbeleuchtung

Energiesparen ist im kommenden Winter für Städte und Kommunen ein wichtiges Ziel. Die Weihnachtsbeleuchtung wird zum Spagat zwischen besinnlicher Stimmung und effizientem Stromsparen - auch in Reutlingen und Tübingen.

Der Weihnachtsbaum auf dem Reutlinger Marktplatz.
Der Weihnachtsbaum auf dem Reutlinger Marktplatz. Foto: Kathrin Kammerer
Der Weihnachtsbaum auf dem Reutlinger Marktplatz.
Foto: Kathrin Kammerer

REUTLINGEN/TÜBINGEN. Lichterketten und leuchtend bunt geschmückte Weihnachtsbäume gehören vielerorts fest zur Adventszeit. Doch durch die Energiekrise gilt für Kommunen und Städte in Baden-Württemberg Stromsparen als wichtiges Ziel. Das betrifft auch die Weihnachtsbeleuchtung. Vielerorts wird sie eingeschränkt, auch in Reutlingen und Tübingen.

Wie Pressesprecherin Sabine Külschbach auf GEA-Anfrage mitteilte, will die Stadt Reutlingen ihren Energieverbrauch um 20 Prozent senken. Deshalb tage im Rathaus seit Anfang August regelmäßig ein Krisenstab unter der Leitung von Finanz- und Wirtschaftsbürgermeister Roland Wintzen. »Auf der Agenda des Stabes steht auch der Umgang mit der Weihnachtsbeleuchtung.«

Kompromiss in Reutlingen

Die gute Nachricht: Weihnachtsbäume - darunter auch jener auf dem Marktplatz und der riesige Mammutbaum in Bronnweiler - sollen in der Adventszeit beleuchtet werden. Ebenso die Reutlinger Wilhelmstraße. Zeitlich wird die Illumination laut Külschbach jedoch begrenzt werden. Mit diesem Kompromiss will man »sowohl der Stadtgesellschaft als auch dem Einzelhandel, der Gastronomie und dem Ziel des Energieeinsparung gerecht werden«.

Ein echter Hingucker: der Bronnweiler Weihnachtsbaum bei der Marienkirche. FOTO: LEIPOLD
Ein echter Hingucker: der Bronnweiler Weihnachtsbaum bei der Marienkirche. Foto: Anne Leipold
Ein echter Hingucker: der Bronnweiler Weihnachtsbaum bei der Marienkirche.
Foto: Anne Leipold

Die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt wurde laut Külschbach schon vor einigen Jahren auf energiesparende LEDs umgerüstet. »So konnte der Stromverbrauch bereits in den letzten Jahren reduziert werden.« In welchem Zeitfenster die Lampen an-, beziehungsweise ausgeschaltet bleiben, steht noch nicht fest. 

Palmer: Fokussierung auf Weihnachtsbeleuchtung reine Symbolik

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer sieht Spar-Ansätze dieser Art grundsätzlich skeptisch: »Die Fokussierung der Diskussion auf die Weihnachtsbeleuchtung ist reine Symbolik und verdeckt Tatenlosigkeit bei den großen Verbrauchern«, wird er von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zitiert. Doch auch Tübingen sucht Wege, um in der Vorweihnachtszeit Energie einzusparen. 

Bezüglich der Weihnachtsbeleuchtung hat die Stadtverwaltung deshalb das Gespräch mit dem Handel und der Gastronomie gesucht, sagte Pressesprecherin Nicole Romey dem GEA. Das Ergebnis: Die sonst übliche Giebelbeleuchtung sowie illuminierte Kugeln in den Bäumen wird es in diesem Jahr nicht geben. »Als verbliebenes Zeichen für Zuversicht, Verlässlichkeit und zumindest für etwas weihnachtliche Stimmung sollen die Weihnachtsbäume im Stadtgebiet bleiben.« Der große Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz werde mit energiesparenden LED-Lampen beleuchtet.

Kein beleuchteter Adventskalender in Stuttgart

Das Stuttgarter Rathaus verzichte ganz auf seine Weihnachtsbeleuchtung und den Adventskalender in den Fenstern des Hauses, teilte eine Pressesprecherin der Stadt mit. Auch die Weihnachtsbäume in der Stadt sollen seltener leuchten: Die Lichterketten am großen Baum am Schlossplatz zum Beispiel waren in früheren Jahren rund 450 Stunden im Betrieb. Dieses Jahr sollen sie nur 240 Stunden eingeschaltet sein.

Nicht alle heißen diese Maßnahmen gut: »Durch die fehlende Weihnachtsbeleuchtung kann es ziemlich dunkel werden. Gerade in der Innenstadt, wo es öfter Schwierigkeiten mit der Sicherheit gibt, ist das ein Problem«, kritisierte Sven Hahn von der Stuttgarter City Initiative. Wer sich in einer Stadt nicht wohlfühle, komme auch nicht zum Einkaufen. Dies könnte Folgen für die städtischen Betriebe haben, gab Hahn zu bedenken.

Heidelberg will 15 Prozent Energie einsparen

Die Stadt Heidelberg will diesen Winter mindestens 15 Prozent Energie einsparen. Der Lichterschmuck beim Weihnachtsmarkt solle »auf ein Mindestmaß« reduziert werden, sagte ein Sprecher der Stadt. So werden vermutlich die Lichter an den Buden weniger leuchten, auf Fassadenbeleuchtung wird ganz verzichtet. Nicht nur an Beleuchtung sondern auch an Tannen will die Stadt sparen: Die Zahl der Weihnachtsbäume und das Tannengrün sollen reduziert werden.

Vielerorts ist die Planung des Weihnachtsschmucks noch nicht abgeschlossen: In Karlsruhe will man »mit gutem Beispiel vorangehen« und gleichzeitig nicht auf vorweihnachtliche Atmosphäre verzichten. Wie genau das gehen soll, werde in den nächsten Wochen ausgearbeitet, teilte ein Pressesprecher der Stadt mit. (GEA/dpa)