Logo
Aktuell Straßenverkehr

B 27-Lärm belastet Anrainer enorm

Die drängendsten Verkehrsprobleme im Landkreis Reutlingen zeigen sich in seinem Norden und haben eine eingängige Abkürzung: B 27. Die vierspurige Bundesstraße hat längst den Charakter einer Autobahn.

Auch eine Verbesserung beim öffentlichen Personennahverkehr könnte auf der B 27 gelingen – wenn denn der Expresso-Bus die Stands
Auch eine Verbesserung beim öffentlichen Personennahverkehr könnte auf der B 27 gelingen – wenn denn der Expresso-Bus die Standspur benutzen könnte. Nur so könnte er dem täglichen Stau entkommen und tatsächlich zum »Schnellbus« werden. Foto: Ralf Rittgeroth
Auch eine Verbesserung beim öffentlichen Personennahverkehr könnte auf der B 27 gelingen – wenn denn der Expresso-Bus die Standspur benutzen könnte. Nur so könnte er dem täglichen Stau entkommen und tatsächlich zum »Schnellbus« werden.
Foto: Ralf Rittgeroth

WALDDORFHÄSLACH/PLIEZHAUSEN. Zigtausende Fahrzeuge sind dort täglich unterwegs sind – Tendenz steigend. Mit der Verkehrsbelastung nimmt auch der Lärm zu. Das bekommen vor allem die Einwohner von Walddorf und Häslach zu spüren, aber auch diejenigen in Rübgarten und Gniebel, weil die B 27 an diesen Wohnsiedlungsgebieten relativ dicht vorbeiführt.

Es hat sich während der B 27-Baustellenphase im Sommer gezeigt, dass schon eine recht geringe Geschwindigkeitsreduzierung für einen deutlich besseren Lärmschutz und damit eine geringere Umweltbelastung sorgt.

Wo heute wieder Tempo 120 als Höchstgeschwindigkeit erlaubt ist, könnte eine Reduzierung auf Tempo 100 die Dezibelzahlen so weit nach unten drücken, dass der Verkehrslärm deutlich verringert würde.

Auf den großen Verkehrsachsen in Baden-Württemberg tut sich in Sachen besserer Lärmschutz nicht viel. »Dort, wo es weh tut, passiert überhaupt nichts«, sagt denn auch Walddorfhäslachs Bürgermeisterin Silke Höflinger. Und meint eben die B 27.

Höhere und längere und damit wirkungsvollere Lärmschutzwände sind auf Höhe der Walddorfhäslacher Wohnbebauung und auch für die Pliezhäuser Teilorte Rübgarten und Gniebel zwar mehr als wünschenswert, doch aufgrund der bisher geltenden Lärmgrenzwerte gesetzlich nicht zwingend vorgeschrieben.

Dabei fehlen bis zum heutigen Tag die Lärmkarten, die schon für das Jahr 2017 aussagekräftige Werte darüber liefern sollten, wie es mit der Verkehrsbelastung auf Hauptverkehrsachsen aussieht.

Die amtlichen Daten werden der zuständigen Landesanstalt für Umwelt (LUBW) in Karlsruhe seitens der Landesstelle für Straßentechnik beim Regierungspräsidium Tübingen zur Verfügung gestellt. Dies sei mit »über einem Jahr Verzögerung im Februar 2018 geschehen«, heißt es von der LUBW. Deshalb hätten auch die Lärmkarten erst später erstellt werden können – die Kartierung stünde jetzt aber »kurz vor dem Abschluss«. Von Lärmkarten, die für das Jahr 2018 belastbare Zahlen liefern könnten, ist mit keiner Silbe die Rede.

Auch eine Verbesserung beim öffentlichen Personennahverkehr könnte auf der B 27 gelingen – wenn denn der Expresso-Bus auf der Standspur fahren kann. Nur so könnte er dem bald täglichen Stau entkommen und tatsächlich zum »Schnellbus« werden, wie die Linie zwischen Pfullingen über Reutlingen, Pliezhausen und Walddorfhäslach bis zum Stuttgarter Flughafen vollmundig genannt wird. (GEA)