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Aktuell Forstbilanz

Regengüsse und Dürreschäden in Hohenstein

Hohensteins Gemeinderäte verlegten ihren »Waldumgang« wetterbedingt in den Sitzungssaal

Der Regen hat dem Wald gut getan. Der Waldumgang aber musste nach drinnen verlegt  werden. FOTO: DEWALD
Der Regen hat dem Wald gut getan. Der Waldumgang aber musste nach drinnen verlegt werden. FOTO: DEWALD
Der Regen hat dem Wald gut getan. Der Waldumgang aber musste nach drinnen verlegt werden. FOTO: DEWALD

HOHENSTEIN. Für den Wald war der Dauerregen gut. »Jetzt sind die Bäumla gscheid gegossa«, freute sich Hohensteins Revierförster Stefan Hägele über reichlich Wasser für die im Frühjahr gepflanzten Kulturen. Für den eigentlich angesetzten Termin – den jährlichen Waldumgang der Hohensteiner Gemeinderäte – war das Wetter freilich suboptimal. Auf Vorschlag von Bürgermeister Jochen Zeller ließen die Kommunalpolitiker deshalb die Runde durch den patschnassen Forst sausen und verlegten ihre Wald-Diskussion in den Sitzungssaal.

Dranbleiben bei Kulturen

Was in dieser Woche überreichlich kam, fehlte im vergangenen Jahr: Unter der sommerlichen Dürre hat auch die Forstwirtschaft in Hohenstein gelitten, wie Hägele berichtete. Noch nicht einmal so sehr unter den direkten Folgen, den Schäden durch Borkenkäferbefall. Die gab es zwar auch im Gemeindewald, aber in noch durchaus überschaubarer Menge: »Da kommen wir auf der Alb besser weg.« Kein Vergleich etwa mit den Forstrevieren im Oberland, die zum Teil das Fünffache ihres normalen Jahreseinschlags als Käferholz aus dem Wald ziehen mussten.

Härter getroffen wurde und wird die Gemeinde durch den aus dem Überangebot resultierenden Preisverfall. »Das hat sich im Wochentakt negativ entwickelt«, schilderte Hägele die Talfahrt auf dem Holzmarkt.

Im vergangenen Jahr hat die Kommune finanziell freilich noch gut abgeschnitten. Der erwartete Gewinn von knapp 117 000 Euro wurde sogar noch um rund 8 000 Euro übertroffen. Das lag zum einen daran, dass das Hohensteiner Forstteam Anfang des Jahres noch planmäßig Holz einschlagen und auch ordentlich verkaufen konnte. »Aufgehübscht« wird das Ergebnis außerdem dadurch, dass für Kulturen im vergangenen Jahr deutlich weniger ausgegeben wurde als geplant: Wegen der anhaltenden Trockenheit hatte der Revierförster die vorgesehenen Pflanzungen irgendwann vorsichtshalber eingestellt. Die dabei gesparten 15 000 Euro freuten die Gemeinderäte aber nicht wirklich: Sowohl Markus Tress als auch Stefan Vöhringer sprachen sich dafür aus, das Ausgefallene möglichst nachzuholen, um die Nachhaltigkeit im Gemeindewald zu gewährleisten. Bei Stefan Hägele rannten sie damit offene Türen ein: Er plane bei den Kulturen ohnehin immer am oberen Limit, versicherte er den Bürgervertretern.

Auch 2019 herrschen im Wald »keine ganz rosigen Zeiten«, wie der Förster meinte. Laubholz wird wie vorgesehen geerntet, weil Nachfrage und Preise hier vergleichsweise stabil sind. Beim Fichtenholz dagegen haben die Forstleute nach Abstimmung mit dem Bürgermeister bereits die Notbremse gezogen und den geplanten Einschlag deutlich zurückgefahren. »Wir werden das geplante Ergebnis nicht halten können«, kündigte Jochen Zeller an. Wie groß der Ausfall sein wird, lasse sich allerdings noch nicht beziffern, so Hägele.

Schon im vergangenen Jahr wurden statt der vorgesehenen 7 200 Festmeter im Hohensteiner Wald nur 6 385 Festmeter geerntet. Rund 1 130 Festmeter davon waren sogenannte zufällige Nutzung: Käfer- oder Sturmholz sowie weitere Eschen, die dem Eschentriebsterben zum Opfer gefallen sind. Die Ausbreitung der Krankheit hat sich nach den Beobachtungen des Försters allerdings etwas verlangsamt. (dew)

 

NEUES ZUR FORSTREFORM

Über den aktuellen Stand bei der geplanten Forstreform informierte Bürgermeister Jochen Zeller den Gemeinderat. Derzeit warte der Landkreis darauf, die Kosten für die künftige Untere Forstbehörde und die kommunale Holzverkaufsstelle präzise kalkulieren zu können. Erst wenn sie genau wissen, was auf sie zukommt, sollen Städte und Gemeinden über ihre Beteiligung an der neuen Struktur entscheiden. Die Forstbehörde des Kreises und die Verkaufsstelle der Kommunen werden im früheren Notariat auf der Haid untergebracht. »Zu wünschen ist, dass sich möglichst alle 26 Kommunen im Kreis daran beteiligen«, so Zeller. (dew)