Logo
Aktuell Landwirtschaft

Pilotprojekt: Diversität und Ökostrom auf der Alb fördern

Malve, Steinklee und Sonnenblumen statt Maismonokulturen:

Blumen einer Blumenwiese
Blumen einer Blumenwiese, die für Wildbienen angelegt wurde, stehen an einem Wegrand. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv
Blumen einer Blumenwiese, die für Wildbienen angelegt wurde, stehen an einem Wegrand. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv

MÜNSINGEN. Auf der Schwäbischen Alb bauen elf Landwirte seit diesem Sommer blühende Wildkräuter für die Ökostromproduktion an und wollen so auch neuen Lebensraum für Insekten schaffen. »Wir wollen Nutzer und Schützer zusammenbringen«, sagte Achim Nagel, Geschäftsstellenleiter des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Zusammen mit den Stadtwerken Nürtingen hat die Geschäftsstelle das Pilotprojekt entwickelt. Demnach reichen die ersten 14 Hektar Blühfläche aus, um 300 Haushalte mit sogenanntem Bienenstrom zu versorgen.

Allerdings bringen die Blumen bei der Ernte im Herbst wohl weniger Biomasse als etwa herkömmliche Maispflanzen, die sonst vielerorts auf der Alb angebaut werden. Die Ausbeute bei der Stromgewinnung ist daher geringer. Um den Ertragsverlust gering zu halten, fördern die Stadtwerke die Bauern pro verkaufter Kilowattstunde »Bienenstrom« mit einem Cent.

Die Idee könnte ein Modell für mehr Bienen- und Insektenschutz sein. Im vergangenen Jahr hatte eine Studie ergeben, dass die Masse der Fluginsekten in Deutschland in 27 Jahren um rund 75 Prozent zurückgegangen war. Laut der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim ist ein Grund, das Flächen mit hoher Biodiversität, wie etwa Streuobstwiesen, seit den 1960er-Jahren drastisch zurückgegangen sind.

Website des Projekts »Bienenstrom«