Logo
Aktuell Ganztagsbetreuung

Ganztagesbetreuung in Trochtelfingen

Im Trochtelfinger Gemeinderat ist der Schulentwicklungsplan vorgestellt worden

Sie präsentierten den Trochtelfinger Schulentwicklungsplan: Karin Doberer (von rechts), Bürgermeisterin Katja Fischer, Almut von
Sie präsentierten den Trochtelfinger Schulentwicklungsplan: Karin Doberer (von rechts), Bürgermeisterin Katja Fischer, Almut von Koenen, Andrea Marquardt, Sabine Heißel, Kathrin Hauptmann und Andree Fees. FOTO: RUOF
Sie präsentierten den Trochtelfinger Schulentwicklungsplan: Karin Doberer (von rechts), Bürgermeisterin Katja Fischer, Almut von Koenen, Andrea Marquardt, Sabine Heißel, Kathrin Hauptmann und Andree Fees. FOTO: RUOF

TROCHTELFINGEN. Um die Zukunft der drei Schulen in der Stadt ging es in der jüngsten Sitzung des Trochtelfinger Gemeinderats. Ziel ist es, durch eine ganzheitliche Betrachtung nicht nur optimierte räumliche und organisatorische Betreuung zu schaffen, sondern Schule als Bildungs- und Lebensort zu entwickeln. Ausgangspunkt ist das sogenannte Ganztagsförderungsgesetz, das vom Schuljahr 2026/2027 an in Kraft tritt und den Anspruch eines jeden Grundschülers – von der ersten Klasse an – auf Ganztagsbetreuung vorsieht.

Dieser Rechtsanspruch bedeutet im Klartext, dass die Trochtelfinger Schulen künftig für jeden Schüler eine betreute Aufenthaltsdauer an bis zu fünf Tagen pro Woche für bis zu acht Stunden ermöglichen muss. Auch die Schulferien müssen – bis auf vier Wochen während der Sommerferien – mit einem Betreuungsangebot abgedeckt werden können.

»Das wohnortnahe Bildungsangebot ist gesetzt«

Präsentiert wurde der Schulentwicklungsplan in seinen Grundzügen von Almut von Koenen vom beteiligten Büro Lernlandschaft. Sie berichtete, dass eine Gruppe von 40 Personen, angefangen beim Gemeinderat über Verwaltung, Schulleitungen und -kollegien, Grundschulbetreuung, Schulsozialarbeit, Eltern (Schule und Kindergarten), Kindergartenleitungen, Planer, Hausmeister bis hin zum Staatlichen Schulamt Tübingen, mitgewirkt haben. »Die Schülerinnen und Schüler wurden auf dieser Ebene bewusst noch nicht eingebunden, da die Planungsebene für das Grundschulalter noch sehr abstrakt ist«, sagte von Koenen.

Von vorneherein unstrittig war, dass alle drei Schulstandorte in Mägerkingen, Steinhilben und Trochtelfingen erhalten bleiben sollen. »Das wohnortnahe Bildungsangebot ist gesetzt.« Unter dem Motto ›Stell dir vor, es ist Schule‹, definierte von Koenen drei Prämissen. Erstens: jeder will hin, zweitens: die Quadratmeter, sprich Räume, sind nicht das Maß der Dinge, und drittens: Teamkultur.

Ausgehend von stagnierenden Schülerzahlen und dem Vergleich mit anderen Grundschulen, die schon eine Ganztagsbetreuung haben, beträgt laut Koenen der Anteil zu erwartenden Schüler etwa 30 Prozent. Das wären im ersten Schritt bei den Erstklässlern zirka 16 bis 20 Schülerinnen und Schüler, auf alle vier Grundschulklassen ausgeweitet wären 70 bis 75 Kinder ganztags zu betreuen.

An der Werdenbergschule Trochtelfingen ist es ihrer Meinung nach wichtig, Rückzugsräume zu schaffen für die verschiedenen Altersgruppen, teilweise müssten die Bereiche räumlich im Gebäude verschoben werden.

»Wir haben Bedarfe, wie strukturieren wir diese?«

An der Theodor-Heuss-Schule Mägerkingen werde aktiv umorganisiert, um Kunst und Werken mehr Raum geben zu können, bessere Lagermöglichkeiten seien notwendig. Es brauche klare Regeln für die Mitbenutzung der Klassenräume für die Betreuung. »Lehrkräfte sollen Bereiche bekommen, in denen sie konzentriert arbeiten können. Die Kooperation mit Mariaberg kann integriert und fortgeführt werden«, so von Koenen.

An der Grundschule Steinhilben ist die räumliche Situation am schwierigsten, da im Gebäude die Ortsverwaltung untergebracht ist. Für Bürgermeisterin Katja Fischer lautet die Herausforderung aber nicht: "Wir haben Räume, was passt da rein?" Sondern: »Wir haben Bedarfe, wie strukturieren wir diese?« Ihr ist es zudem wichtig, dass es ein Poolkonzept für die Lehrkräfte gibt und dass die Schüler nicht hin- und hergeschoben werden zwischen einzelnen Schulen.

Im Gemeinderat war man sich einig, dass die Standorte Mägerkingen und Trochtelfingen erhalten bleiben müssen, wie Martin Tschöpe erklärte. Monika Hauser betonte: »Für die Kinder ändert sich nichts.« Fischer stellte klar, dass eine konkrete Planung und sukzessive die Umsetzung der Raumfunktionen erfolgen sollen, um den Rechtsanspruch zu erfüllen. Für die Grundschule an der Werdenbergschule müsse zudem ein Antrag auf Ganztagsschule gestellt werden, die Umsetzung dort könne frühestens zum Schuljahr 2027/2028 erfolgen. Verabschieden soll der Gemeinderat das Konzept für die organisatorische Umsetzung der Ganztagsbetreuung im ersten Quartal 2026. »Dazu wird es noch eine öffentliche Informationsveranstaltung geben und die lokalen Vereine werden eingebunden«, sagte die Bürgermeisterin. (GEA)