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Nachwuchs im Storchennest auf dem Zwiefalter Rathaus

Auf dem Dach des Rathauses in Zwiefalten wird geklappert. Dort nistet ein Storchenpaar – und es hat Nachwuchs. Zimmermann Ingo Hamberger hat ihnen ein Eichennest gebaut.

Das Storchennest auf dem Zwiefalter Rathaus ist bewohnt. Das Storchenpaar hat Nachwuchs.  FOTO: BLOCHING
Das Storchennest auf dem Zwiefalter Rathaus ist bewohnt. Das Storchenpaar hat Nachwuchs. FOTO: BLOCHING
Das Storchennest auf dem Zwiefalter Rathaus ist bewohnt. Das Storchenpaar hat Nachwuchs. FOTO: BLOCHING

ZWIEFALTEN. Das Zwiefalter Storchennest ist das einzige im ganzen Landkreis Reutlingen. Auch die Münstergemeinde ist kein typisches Storchengebiet, doch augenscheinlich fühlt sich die kleine Storchenfamilie mit ihrem Nachwuchs auf dem Rathausdach recht wohl.

Im Alb-Donau-Kreis und in Oberschwaben sind Störche keine Seltenheit, in Zwiefalten allerdings schon. Quasi mit dem neuen Bürgermeister Matthias Henne hat auch der erste Storch vor fünf Jahren in der Münstergemeinde, direkt auf dem Rathaus Einzug gehalten. Die Aussicht auf das barocke Münster gefiel einem Storchenpaar so gut, dass es sich auf dem Pilzdach der Sirene ein sporadisches Nest einrichtete. Bestimmt mit der festen Absicht, hier dauerhaft zu bleiben.

Möglich wurde dies schließlich durch das Eichennest, das ihnen Zimmermann Ingo Hamberger anstelle der abgenommenen Sirene aufs Dach gebaut hatte. »Ich wohne in der Nachbarschaft und habe immer einen Blick aufs Rathausdach«, erzählt er. Laut Rainer Deschle, Storchenbeauftragter des Regierungspräsidiums Tübingen, kam einer der ersten Störche der Ringnummer nach aus Kirchbierlingen bei Ehingen, wo er 2012 geschlüpft war. Bei seinem Partner handelte es sich um einen dreijährigen Storch aus Mengen.

Die aus dieser Verbindung hervorgehende Brut war die erste Storchenbrut im Altkreis Münsingen überhaupt und die erste Storchenbrut im Landkreis Reutlingen seit 88 Jahren. Die letzte Brut fand dort 1926 in Riederich statt. Gleich zwei Küken waren dem ersten Storchenpaar in Zwiefalten beschert, eines überlebte den Monat Juni jedoch nicht. Der verbleibende Nachwuchs wurde beringt und konnte ab Mitte Juli bei ersten Ausflügen gesichtet werden.

Jedes Jahr kamen Paare seitdem hierher, um sich fortzupflanzen, auch in diesem Jahr: Ein junger Storch schaut neugierig aus seinem Nest und lässt sich von seinen Eltern behüten und verwöhnen. »Er ist relativ früh geschlüpft, ist allein und deshalb schon in der Entwicklung ziemlich weit«, weiß Hamberger. Die Storcheneltern sind unberingt und haben bereits Ende März mit der Brut begonnen. Woher sie kommen, weiß auch Rainer Deschle nicht. Ob es dieselben sind wie im vergangenen Jahr, die gleich drei Jungstörche im Nest hatten, ist ungewiss. (GEA)