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Aktuell Pfullingen/Eningen/Lichtenstein

»Ziele konsequent verfolgen«

ENINGEN. Er hat 34 Jahre ununterbrochen im Gemeinderat die Entwicklung des Ortes mitbestimmt, erlebte vier Bürgermeister. Nun geht er. Auch wenn ihm die Arbeit im Gemeinderat gefallen hat, er ist »nicht unglücklich, dass die Wiederwahl nicht geklappt hat«. Mit 65 Jahren will Wolfgang Zipperer, der seit zwei Jahren im Ruhestand ist, langsamer treten und seinen Hobbys mehr Zeit widmen: Reisen und Konzertbesuche mit Ehefrau Elfriede, ausgedehnte Wanderungen, Haus- und Gartenarbeit.

Zur Politik gekommen ist der gebürtige Pfullinger schon früh durch seinen Onkel Erich Barthold, der viele Jahre dem Landtag angehörte, finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion und Stadtrat in Reutlingen sowie Kreisrat war. Bereits mit 16 Jahren trat Zipperer in die Junge Union ein, zwei Jahre später in die CDU, deren Mitglied er seit 47 Jahren ist. Als 18-Jähriger übernahm er Geschäftsführertätigkeiten im Stadtverband Reutlingen, absolvierte dann in Ulm das Studium zum Diplom-Ingenieur, später folgte noch ein betriebswirtschaftliches Studium.

Ortsverband mitbegründet

Mehr als dreißig Jahre - unterbrochen nur durch sein Studium - war Wolfgang Zipperer bei Wandel und Goltermann beschäftigt, danach noch 13 Jahre als kaufmännischer Geschäftsführer bei der international tätigen Firma »Dimex« in Nehren.

Maßgeblich beteiligt war der zweifache Familienvater an der Gründung des CDU-Ortsverbands Eningen 1971, zwei Jahre später war er Ortsverbandsvorsitzender und 1975 wurde er mit 31 Jahren zum damals jüngsten Gemeinderat in Eningen gewählt. Sechs Mal in Folge wurde er wiedergewählt, war 21 Jahre lang Fraktionsvorsitzender. Eine Zeit, in der die CDU als politische Kraft in Eningen erheblich an Bedeutung gewann. Die politische Arbeit und die Wahlkämpfe haben ihm immer viel Spaß gemacht, so Zipperer, der nicht nur seit Langem in Eningen lebt, sondern sich auch als echter Eninger fühlt.

Von den vier Bürgermeistern, die er im Gemeinderat miterlebte, sei Günther Zeller eine außergewöhnliche Persönlichkeit gewesen: sehr zielstrebig, stringent seine Positionen verfolgend im Interesse von Eningen. Die Diskussionen im Gemeinderat seien damals härter und offener gewesen als heute, allerdings auch nicht so persönlich. Das habe der Sache gut getan. Jürgen Steinhilber sei es gelungen, die Gemeinderäte auch privat zusammenzubringen. Margarete Krug sei als Neuling auf dem Gebiet sehr engagiert gewesen. Und auch bei Alexander Schweizer sieht er sehr großen Einsatz, auch wenn dieser sehr kämpfen müsse. Mit allen habe er ein sehr gutes Verhältnis gehabt, trotz bisweilen scharfer Wortgefechte mit Zeller und Steinhilber. Stets habe er jedoch versucht, nicht polemisch, sondern sachlich zu sein.

Bewährtes erhalten

Maßgebliche Themen in seiner Gemeinderatszeit seien unter anderem die Erneuerung der Ortsmitte, die Erschließung neuer Baugebiete, die Verhinderung des Albaufstiegs durch das Arbachtal, der Neubau des Rathauses II und der Ausbau der Steige nach St. Johann gewesen.

Besonders eingesetzt hat sich Zipperer für den Bau der Querspange und die Partnerschaft mit Calne. Nicht gelungen sei der Bau eines Lehrschwimmbeckens, der Erhalt des Pfarrhauses als Ensemble mit dem Pfarrgarten, die Verschönerung der Ortsdurchfahrt und das Einbeziehen eines ständig für Eningen tätigen Städteplaners.

»Bewährtes erhalten - Neues schaffen.« Dieses Motto aus der von ihm gestalteten Wahlbroschüre von 1975 habe ihn stets begleitet, erzählt Zipperer, der Eningen auch als langjähriger Kreisrat vertreten hat und zudem zwölf Jahre ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Sigmaringen war.

»Die politische Orientierung ist in einer Gemeinde unserer Größenordnung unwesentlich«, so Zipperer. Wichtig sei, dass sich die Leute engagierten. Deshalb sei er allen Gemeinderatskandidaten dankbar, weil sie bereit seien, etwas für Eningen zu tun.

Seine Tipps für angehende Gemeinderäte: Konsequent die Ziele verfolgen, die man sich gesteckt habe, eng mit der Verwaltung zusammenzuarbeiten und sich nicht auf Nebenkriegsschauplätze begeben. »Eningen ist Mittelpunkt.« Dem müsse sich jeder unterordnen, egal aus welcher Fraktion. (GEA)