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Aktuell Bebauungsplan »Letten«

Stinken die Pferde in Eningen zu sehr?

Welches Tier verursacht am meisten Gestank? Auch darum geht es bei dem Geruchsgutachten, das jetzt für den Bebauungsplan »Letten« aufgestellt wurde.

Pferde rangieren in der Liste der geruchsintensiven Tierhaltung ziemlich weit vorne.  FOTO: ADOBE STOCK
Pferde rangieren in der Liste der geruchsintensiven Tierhaltung ziemlich weit vorne. FOTO: ADOBE STOCK
Pferde rangieren in der Liste der geruchsintensiven Tierhaltung ziemlich weit vorne. FOTO: ADOBE STOCK

ENINGEN. Drei Doppelhäuser sollen im Eningen auf der Grünfläche westlich des Gasthauses »Bruckstüble« entlang des Bruckbergwegs gebaut werden. Da das Umfeld bereits von landwirtschaftlichen Betrieben mit Tierhaltung geprägt ist, wird das Gebiet als Dorfgebiet ausgewiesen, das auch land- und forstwirtschaftliche Betriebe erlaubt. Sollen hier Wohngebäude erstellt werden, ist darauf zu achten, dass die Bewohner nicht unter der Landwirtschaft leiden, etwa durch Lärm oder Gerüche.

»So etwas habe ich in meiner langen Dienstzeit im Rathaus wirklich noch nicht erlebt«, wunderte sich Rupert Klos vom Eninger Bauamt schon 2016, als klar wurde, dass das Landratsamt für den Bebauungsplan ein Geruchsgutachten fordert.

Das Büro Müller-BBM aus Karlsruhe hat nun ein solches erstellt. Um die Geruchsbelästigung zu ermitteln, wird unter anderem der »Gewichtungsfaktor« unterschiedlicher Tierarten ermittelt. Am stärksten riecht demnach Mastgeflügel, gefolgt von Mastschweinen und Milchkühen mit Jungtieren. Pferden wird in der Geruchsimmissions-Richtlinie (GIRL) ein Wert zugeordnet, der gleich nach dem Mastgeflügel kommt. »Dies widerspricht der Erfahrung mit Pferdehaltungen, die wesentlich weniger Anlass zu Beschwerden geben, als Schweinehaltung«, gibt das Büro zu bedenken.

Nimmt man dennoch die offiziellen Zahlen zur Grundlage, kommt das Büro auf folgendes Ergebnis: In unmittelbarer Nähe zur bestehenden Pferdehaltung übersteigt der Geruch die zumutbare Intensität. Dort, wo die Doppelhäuser geplant sind, bleibt er aber unter dem Grenzwert.

Das Fazit: »Es bestehen somit keine Konflikte für die geplante Wohnbebauung innerhalb des geplanten Dorfgebietes und den bestehenden Tierhaltungen.« (GEA)