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Regionalstadtbahn: Pfullinger Stadträtinnen haken nach

Noch viele Fragen offen

Tram Train: Die Zweisystem-Stadtbahnfahrzeuge sind Zwitter, die auf dem Bundesbahnnetz und als Stadtbahn durch Innenstädte verk
Tram Train: Die Zweisystem-Stadtbahnfahrzeuge sind Zwitter, die auf dem Bundesbahnnetz und als Stadtbahn durch Innenstädte verkehren dürfen. Sie erreichen bis zu 100 Stundenkilometer. FOTO: ZWECKVERBAND REGIONALSTADTBAHN
Tram Train: Die Zweisystem-Stadtbahnfahrzeuge sind Zwitter, die auf dem Bundesbahnnetz und als Stadtbahn durch Innenstädte verkehren dürfen. Sie erreichen bis zu 100 Stundenkilometer. FOTO: ZWECKVERBAND REGIONALSTADTBAHN

PFULLINGEN. Gut fünf Wochen ist es her, dass die Machbarkeitsstudie für den Streckenabschnitt Pfullingen bis Engstingen der Regionalstadtbahn im Kreistag vorgestellt worden ist. Mehrere Mitglieder des Gremiums hatten betont, es sei wichtig, das Projekt jetzt schnell voranzubringen. Im Vorfeld hatte bereits Lichtensteins Gemeinderat Arnold Sendler (OGL) die Stadt Pfullingen als »Bremsklotz der Stadtbahnentwicklung« bezeichnet. Malin Hagel (GAL) brachte das Thema jetzt unter dem Punkt »Verschiedenes« im Pfullinger Gemeinderat zur Sprache.

Sowohl der VCD Reutlingen wie auch der Pfullinger Gewerbe- und Handelsverein hätten sich öffentlich zur geplanten Stadtbahntrasse geäußert, erklärte sie und fragte: »Hat die Stadt Gespräche mit den beiden Vereinen geführt?« Stadtbaumeister Karl-Jürgen Oehrle wollte sich dazu nicht in der Öffentlichkeit äußern und verwies auf die nächste (nichtöffentliche) Sitzung des Bauausschusses.

Karin Scheck (SPD) bat darum, beim angedachten Bürgerinformationstermin auch die Planungen für den Radschnellweg und die Neugestaltung des Marktplatzes mit vorzustellen, weil beides relevant sei. Das sagte Oehrle zu.

Gert Klaiber (CDU) forderte, es müsse nun Klartext geredet werden in puncto Regionalstadtbahn. Er erinnerte daran, dass Sonja Seeger, die Technische Leiterin der Pfullinger Stadtwerke, mehrfach darauf aufmerksam gemacht habe, dass der zweigleisige Ausbau des Schienensystems in der Innenstadt aufgrund von Leitungen im Straßenuntergrund problematisch sei. Der Stadtbaumeister erklärte dazu, die Machbarkeitsstudie habe festgestellt, dass beide untersuchten Varianten – die auf der ehemaligen Bahntrasse wie auch die durch die Innenstadt – möglich seien.

Die Stadtverwaltung habe bereits vor langer Zeit einen »Riesen-Fragenkatalog« an den Planungsträger gesandt, führte Oehrle weiter aus. Die Machbarkeitsstudie habe diese Fragen nicht geklärt, betonte er. Sie müssten aber beantwortet werden, um abzuwägen und entscheiden zu können. »Nur auf dieser Basis kann eine entsprechende Drucksache für den Gemeinderat vorbereitet werden«, erklärte er.

Sie habe gehört, dass das geplante Werkstattgespräch zur Strecke Pfullingen-Engstingen in Unterhausen stattfinden soll, brachte Antje Schöler (GAL) ein und bat, die Stadt solle darauf drängen, dass es auf jeden Fall einen separaten Termin für die Bürger in Pfullingen gebe. Er habe zum Ort des Gesprächs noch keine Informationen, betonte Oehrle.

Sehr wahrscheinlich werde es – coronagemäß – eine Bürgerinformation in Form eines Livestreams geben, erklärt Landratsamts-Sprecherin Christine Schuster auf GEA-Nachfrage. Dabei würden die Bürger der Stadt über den Stand der Dinge zum Thema Regionalstadtbahn aufgeklärt. Ein Werkstattgespräch mit aktiver Beteiligung der Bevölkerung sei derzeit nicht vorgesehen. Innerhalb der kommenden zwei Wochen werde sich auch entscheiden, ob diese Bürgerinformation noch vor der Sommerpause stattfinde.

Bezüglich des Fragenkatalogs der Stadt berichtet sie, dass bei der Anhörung der am Projekt beteiligten Kommunen im vergangenen Jahr schon etliche beantwortet worden seien. »Alle Fragen, die mehr ins Detail gehen, können erst im Zuge vertiefender Planungsschritte geklärt werden«, betont sie. Wann das sein werde, sei noch offen. »Zurzeit läuft die standardisierte Bewertung für das Gesamtprojekt«, erläutert sie. Einen Termin für den Start des endgültigen Planfeststellungsverfahrens gebe es noch nicht. (GEA)