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Ernst Etter ist im Alter von 87 Jahren gestorben: »Er war ein Gewinn für Honau«

Ernst Etter ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Sein langjähriger Wegbegleiter Otto Henker erinnert an sein Wirken

Ernst Etter Ende vergangenen Jahres im Garten seines Hauses in der  Pfullinger Lerchenstraße.  FOTO: US
Ernst Etter Ende vergangenen Jahres im Garten seines Hauses in der Pfullinger Lerchenstraße. FOTO: US
Ernst Etter Ende vergangenen Jahres im Garten seines Hauses in der Pfullinger Lerchenstraße. FOTO: US

LICHTENSTEIN. »Ich hätte gerne noch seine Worte gehört.« Mit Bedauern erklärte Bürgermeister Peter Nußbaum beim Bürgerempfang, dass Ernst Etter eigentlich an diesem Abend für seine Lebensleistung mit der Bürgermedaille geehrt werden hätte sollen, er aber am vergangenen Wochenende im Alter von 87 Jahren einer schweren Erkrankung erlegen sei.

»Er hat sich sehr auf diesen Abend gefreut«, weiß Otto Henker, der mit Etter über 50 Jahre lang »eine gute Kameradschaft« gepflegt und ihn erst vor wenigen Wochen noch besucht hatte. In Bild und Wort erinnerte Henker an den Mann, dessen ehrenamtliches Engagement schier unerschöpflich scheint.

In den frühen 50er-Jahren kam der gebürtige Pfullinger nach Honau – der Liebe wegen. »Dort hat er sich sehr aktiv eingebracht, eingemischt, die Stammtischhoheit infrage gestellt«, so Henker.

Viele Jahre hat Etter den Schwäbischen Albverein in Honau geleitet. Und das mit Erfolg. Die anfängliche Mitgliederzahl von 40 Personen verfünffachte er in wenigen Jahren – was auch seiner ungewöhnlichen Aufnahmemethode zu verdanken war. Irgendwann am Abend wurde dem Gegenüber ein Bierdeckel hingehalten, erzählt Henker: »Do, unterschreib’.« Überhaupt sei Etter ein Mann der Tat gewesen, der zahlreiche Ideen und Vorschläge eingebracht und diese auch zackig habe umgesetzt sehen wollen. »Er wurde ungeduldig, wenn seine Mitstreiter nicht so schnell nachzogen«, erinnert sich Henker mit einem Lachen. Laut aber sei er nie geworden, kein »Vielschwätzer« gewesen, habe immer klar und sachlich seine Argumente vorgebracht.

Auch habe er die Alleinstellungsmerkmale Honaus schnell erkannt und etwa dafür gesorgt, dass die Olgahöhle für Besucher zugänglich blieb, jahrelang die Führungen dort übernommen. Auch die Lichtensteiner Festspiele habe Etter wieder in Erinnerung gerufen – ein Bild aus dieser Zeit hängt heute in der Schenke des Schloß Lichtenstein. Betrieben wird diese schon lange von seinem Sohn, sein Enkel ist Verwalter des Schlosses. Auch Ernst Etter selbst war mit dem »Märchenschloss« eng verbunden: Über Jahrzehnte kümmerte sich der selbstständige Landschaftsgärtner um das Grün in und rund um den Prachtbau. Auch die Anlage des Tennisvereins Honau – zu dessen Gründern er gehörte – gestaltetet er gekonnt, verwandelte sie von einem Sumpfgebiet mit Brennnesseln zu einem grünen Idyll.

Das von Etter initiierte Faustballturnier, die wiederbelebte Honauer Krautmess, das auf Vordermann gebrachte Pumphäuschen beim Lichtenstein – noch lange hätte Henker vom Wirken Etters berichten können. Die Traurigkeit nun in den Vordergrund zu stellen, weiß er, wäre aber nicht in seinem Sinne gewesen.

Überhaupt sei Etter – trotz aller Heimatliebe – nie in der Vergangenheit hängen geblieben. »Er war im Heute und hat sich dafür interessiert.« Auf einen Nenner gebracht: »Für Honau aber auch für ganz Lichtenstein war Ernst Etter ein Gewinn.« Die Bürgermedaille wird seine Familie für ihn entgegennehmen. (hai)