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2.000 iPads für Schüler: So digitalisiert sind Pfullingens Schulen

Ein agiles Team der Stadt Pfullingen bringt die Digitalisierung der Kommune voran. Im Fachbereich Bildung hat sie zwar einen »Quantensprung« gemacht, doch das Ampel-Aus bremst sie in ihrer Weiterentwicklung aus.

In Pfullingen hat nahezu jeder Schüler ein eigenes iPad, dass er für den Unterricht nutzen kann.
In Pfullingen hat nahezu jeder Schüler ein eigenes iPad, dass er für den Unterricht nutzen kann. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
In Pfullingen hat nahezu jeder Schüler ein eigenes iPad, dass er für den Unterricht nutzen kann.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

PFULLINGEN. Nahezu jeder Schüler in der Stadt Pfullingen - von der Grundschule bis zum Gymnasium - hat ein eigenes iPad, das er im Unterricht und teils sogar außerschulisch zum Lernen nutzen kann. 2.000 Geräte sind aktuell im Umlauf, 340 sollen noch dazu kommen. »Pfullingen ist damit landesweit führend. Kein Schüler muss sich ein iPad mit einem anderen teilen«, erklärte Bürgermeister Stefan Wörner in der Sitzung des Verwaltungsausschusses am Dienstagabend. Es ist nur eines von vielen Beispielen, von denen Philip Groll, Leiter des Teams, das sich fachübergreifend mit der Digitalisierung in der Echazstadt beschäftigt, und Angelika Bader vom Fachbereich 3 »Bildung und Sport« berichteten.

»In Sachen Digitalisierung an den Schulen hat Pfullingen in den vergangenen Jahren einen Quantensprung gemacht«, erklärte Bader. Neben den technischen Geräten für die Schüler gibt es nun beispielsweise flächendeckendes WLAN an den Schulen, Glasfaseranbindung und neue Präsentationstechniken in den Klassenräumen. Wo früher eine Kreidetafel stand, gibt es jetzt eine digitale Tafel mit Internetzugang.

Eingeschränkte Förderung

»Bevor unsere Maßnahmen an den Schulen umgesetzt wurden, war so gut wie keine Technik vorhanden oder provisorisch von den Lehrkräften selbst installiert«, erklärte Bader. Schon damals war klar: Es muss sich etwas tun, wenn die Stadt in einer vernetzten und globalisierten Welt mithalten möchte. 2019 stellten dann Bund und Land mit dem DigitalPakt I genau dafür Fördermittel bereit. Doch mit einer Einschränkung: Bei der Förderung handelte es sich um eine Anschubfinanzierung. Das Geld durfte also nur in der Anfangszeit eines Projekts genutzt werden, um etwaige Hürden einfach zu überwinden. »Der weitere Ausbau und Erhalt der digitalen Infrastruktur muss also über den städtischen Haushalt erfolgen.«

Vorher: Die altbekannte Kreidetafel wurde für die Vermittung der Unterrichtsinhalte genutzt.
Vorher: Die altbekannte Kreidetafel wurde für die Vermittung der Unterrichtsinhalte genutzt. Foto: Stadt Pfullingen
Vorher: Die altbekannte Kreidetafel wurde für die Vermittung der Unterrichtsinhalte genutzt.
Foto: Stadt Pfullingen

Gemeinsam mit den Pfullinger Schulen wurden damals individuelle Ziele erarbeitet und ein Medienentwicklungsplan erstellt. »Unser Grundsatz war und ist dabei, dass die Technik der Pädagogik folgt«, schilderte Bader. Es wurde also erörtert, mit welchen technischen Hilfsmittel die Lehrkräfte ihren Unterricht stützen und voranbringen könnten. Im November 2021 beschloss der Gemeinderat rund eine Million Euro Eigenmittel in die Digitalisierung der Schulen zu investieren. Außerdem gab es zusätzlich eine Million Euro für die Schülergeräte dazu. »Das ist viel Geld, das weiß ich«, erklärte der Bürgermeister. »Aber ich finde auch, dass wir das genau richtig gemacht haben. Wir haben schon einiges erreicht.« Viele Rätinnen und Räte nickten zustimmend.

Standard erhalten und ausbauen

Ende dieses Jahres wird die Förderung von Bund und Land auslaufen. »Das ist für uns aber kein Problem, weil wir sehr gut im Zeitplan liegen«, erklärte Bader. »Bis dahin sollten alle Maßnahmen umgesetzt sein.« Nun müsse aber weiter in die Zukunft geblickt werden. Die Frage laute: »Wie können wir den Standard erhalten und weiter ausbauen?« Eigentlich stellte die Landesregierung schon 2021 fest, dass ein DigitalPakt II kommen soll. Darüber wollten Länder und Bund in dieser Woche verhandeln, teilte das Kultusministerium der Stadt Pfullingen mit - und wies direkt darauf hin, dass mit einem Ergebnis nicht zu rechnen sei.

Nachher: Statt der klassischen Kreidetafel stehen nun in den meisten Klassenzimmern digitale Tafeln.
Nachher: Statt der klassischen Kreidetafel stehen nun in den meisten Klassenzimmern digitale Tafeln. Foto: Stadt Pfullingen
Nachher: Statt der klassischen Kreidetafel stehen nun in den meisten Klassenzimmern digitale Tafeln.
Foto: Stadt Pfullingen

Grund dafür ist das Ampel-Aus. »Das ist wirklich ein Problem«, so Bader. »Wir dürfen beim Fortschritt der Digitalisierung eigentlich nicht pausieren und sie auf Eis legen, sondern müssten direkt weitermachen.« Der Ausschuss für Schule, Kultur und Sport des Städtetags will daher Ende November gemeinsam mit Staatssekretärin Sandra Boser beraten. Er fordert eine schnelle Einigung in Sachen DigitalPakt II.

Grundoptimismus nicht verloren

Bürgermeister Wörner erklärte, er habe trotz des Endes der Ampel-Regierung seinen Grundoptimismus nicht verloren und vertraue darauf, dass Bund und Länder dieses wichtige Thema auf dem Schirm haben. »Digitalisierung darf keine Eintagsfliege sein. Wir haben bisher wirklich Tolles erreicht und müssen da weiter machen«, betonte auch Bader. Die Stadt Pfullingen solle daher laufende Kosten für die Digitalisierung in ihrem nächsten Haushalt einplanen, die personelle Ausstattung sicherstellen und alle künftig möglichen Fördermittel - sollten diese denn kommen - auch komplett ausnutzen. (GEA)