BERLIN/REUTLINGEN. Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von silvia hornig, die am 30. Oktober im Alter von 63 Jahren in Berlin gestorben ist. Die 1962 in Marktredwitz geborene und in Reutlingen aufgewachsene Künstlerin war eine bemerkenswerte Stimme der zeitgenössischen Malerei, deren Werk weit über die regionale Szene hinaus seine Resonanz fand.
Hornig studierte Malerei in Perugia, Italien, an der »Accademia di Belle Arti Pietro Vannucci« und vertiefte später ihre Technik im Tiefdruckatelier der Escola Llotja in Barcelona. Zwischen 1994 und 2004 pendelte sie zwischen Reutlingen und Barcelona, und von 2004 bis 2008 unternahm sie Studienreisen nach Andalusien, Mexiko und Italien. Seit 2008 lebte und arbeitete sie in Berlin.
Innere Melodie
silvia hornigs künstlerischer Ansatz war zutiefst musikalisch: In ihren Bildern manifestieren sich Rhythmen, Kadenzen und Klangräume, die nicht nur Farbe, sondern Ton in malerischer Form einfangen. Ihre abstrakten Kompositionen wirken oft so, als entstünden sie aus einer inneren Melodie – ein besonderes Merkmal ihres Œuvres.
Charakteristisch war auch ihre bewusste Entscheidung, ihren Namen stets klein zu schreiben – ein ästhetischer Akt, der ihre Bescheidenheit, ihr Selbstverständnis und ihre künstlerische Identität gleichermaßen reflektierte. Als Mensch war sie ruhig, nachdenklich, zugleich aber bestimmt und leidenschaftlich in ihrem Schaffen. Wer mit ihr in Kontakt kam, erinnert sich an ihre Sensibilität, ihre Disziplin und ihre tiefe Überzeugung, dass Malerei mehr ist als Darstellung – sie ist Inneres, sie ist Klang, sie ist ein Raum für Reflexion.
Ausstellungsinfo
In der Galerie Reinhold Maas, Gartenstraße 49 in Reutlingen, ist am Mittwoch, 26. November, um 19 Uhr eine Gedenkfeier für silvia hornig. Diese geht über in eine Vernissage mit ausgewählten Werken aus unterschiedlichen Schaffensphasen der Künstlerin – darunter auch bisher unveröffentlichte Arbeiten. (eg)
silvia hornig hat mit ihrem Leben und ihrem Werk Spuren hinterlassen, die weiterwirken werden – in den Farben, die sie gewählt hat, in den Tönen, die sie hörbar gemacht hat, und in den Herzen all jener, die sie kannten. Wir trauern um eine außergewöhnliche Künstlerin – und sind dankbar für das Vermächtnis, das sie uns schenkt. (GEA)

