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Zwischen Fernweh und Klima-Notstand: Streit über Flüge

Ausgelöst durch Greta Thunberg und ihren Schulstreik für das Klima ist das Thema »Flugscham« in aller Munde. Am Dienstag stritten Meinungsführer und Experten darüber im Tübinger Rathaus. Moderator Thorsten Flink stellte fest: »Jeder hat persönliche Erfahrungen mit dem Fliegen. Das zeigt: Wir sind privilegiert.«

Klimaschutz-Berater Stefan Baumeister, Aktivistin Lena Riesenegger, Moderator Thorsten Flink, Aktivistin Maya Ihle und der Stutt
Klimaschutz-Berater Stefan Baumeister, Aktivistin Lena Riesenegger, Moderator Thorsten Flink, Aktivistin Maya Ihle und der Stuttgarter Flughafen-Chef Walter Schoefer (von links). Foto: Andreas Straub
Klimaschutz-Berater Stefan Baumeister, Aktivistin Lena Riesenegger, Moderator Thorsten Flink, Aktivistin Maya Ihle und der Stuttgarter Flughafen-Chef Walter Schoefer (von links).
Foto: Andreas Straub

TÜBINGEN. Fliegen sei das klimaschädlichste Fortbewegungsmittel, sagte Lena Riesenegger von der Initiative »stay grounded«. Menschen in ärmeren Teilen der Welt, die am wenigsten fliegen, litten am stärksten unter Folgen wie Hitze und Fluten.

»Fliegen ist ein Grundbedürfnis«, konterte Walter Schoefer, Chef des Flughafens Stuttgart. Er könne nicht verstehen, weshalb sich die Klimaschutz-Diskussion so stark darauf konzentriert. Schließlich sei der Flugverkehr nur für 3 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich.

 »Es gibt oft viele andere Möglichkeiten, als in den Flieger zu steigen«, meinte Fridays for Future-Aktivistin Maya Ihle. »Fliegen ist unnatürlich billig.« Sie forderte, auch weniger Auto zu fahren und den Fleischkonsum zu reduzieren.

Klimaschutz-Berater Stefan Baumeister appellierte, sich bewusst zu entscheiden und sich über die Folgen Gedanken zu mache: »Aber Fliegen ist eine Realität.« Neben Änderungen beim Verhalten einzelner Menschen sei ein fairer Preis für CO2 nötig. Außerdem müsse die Politik handeln.