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Tübinger Schüler machen sich für verändertes Abitur stark

So wie immer kann es nicht laufen. Nach 46 Wochen Schule unter Pandemiebedingungen fordern Tübinger Abiturienten in einem Brief an Kultusministerin Susanne Eisenmann , die Prüfungen den veränderten Verhältnissen anzupassen.

Wie läuft die Abiturprüfung 2021? Tübinger Schüler fordern veränderte Bedingungen.   FOTO: GÜTTLER/DPA
Wie läuft die Abiturprüfung 2021? Tübinger Schüler fordern veränderte Bedingungen. FOTO: GÜTTLER/DPA
Wie läuft die Abiturprüfung 2021? Tübinger Schüler fordern veränderte Bedingungen. FOTO: GÜTTLER/DPA

TÜBINGEN. Den Stundenplan reduzieren, Klausuren streichen, neue Möglichkeiten der Leistungsbewertung zulassen: Den Schülern geht es nicht nur um die Vorbereitung aufs Abitur, sondern auch um die gesundheitliche Sicherheit.

In vielen Bereichen des Schulalltags fühlten sie sich nicht genug unterstützt. »Ziel darf es nicht sein, alle Schüler möglichst schnell zurück in den Präsenzunterricht zu bringen, sondern das sichere Lernen Zuhause zu verbessern, für alle zugänglich zu machen und somit eine zukunftsorientiertere Lösung zu schaffen«, heißt es in dem Schreiben.

Zunächst fordern die Tübinger Abiturienten einen dezimierten Stundenplan, bei dem die prüfungsrelevanten Fächer im Vordergrund stehen sollen. Das würde weniger Präsenz in der Schule bedeuten, ein geringeres Ansteckungsrisiko und eine »immense Entlastung der öffentlichen Verkehrsmittel«. Außerdem sollten die nicht relevanten Fächer stark reduziert werden, wenn im Februar die mündlichen Prüfungsfächer gewählt sind. Somit würde das Risiko einer Infektion sinken, weil eine über die Prüfungsfächer hinausgehende Durchmischung der Schüler vermieden würde.

Die Schüler weisen auch darauf hin, dass sich ihre Abiturvorbereitung »drastisch verschlechtert«, weil Nachhilfe und Zusatzkurse wegfallen. Gerade schwächere Schüler gerieten in Gefahr, abgehängt zu werden.

»Deshalb fordern wir«, heißt es in dem Brief, »dass Klausuren wegfallen sollten, da das klassische Format nicht abprüft, was wir können, sondern nur eine formale Funktion erfüllt«. Statt dessen sollten Klausuren ersetzt werden durch andere Formen wie Projektarbeit, Hausarbeiten oder Präsentationen. Hier könnten die Schüler ihr Können zeigen, »unabhängig von Fern- oder Präsenzunterricht«. Der Sportunterricht sollte auf freiwilliger Basis stattfinden.

Vor dem Hintergrund der Infektionszahlen fordern die Abiturienten, Schulen dauerhaft zu schließen und nicht von Woche zu Woche zu planen. »Für uns ist die Lage, in einer Pandemie ein Abitur zu schreiben, neu und herausfordernd. So ist es für uns unter den gegebenen Umständen nicht möglich, unsere beste Leistung zu erbringen. Trauen Sie sich«, fordern sie die Kultusministerin auf, »Entscheidungen zu treffen, die das Schulsystem verändern und verbessern – seien Sie so dynamisch wie die aktuelle Lage.« (GEA)