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Aktuell Prozess

Riedericher Werkstatt diente als Drogenbunker

Weil er mit 40 Kilo Marihuana dealte, muss ein 27-jähriger Libanese nun für drei Jahre und neun Monate in den Knast. Nach Ansicht des Gerichts wollte er seine Komplizen übers Ohr hauen

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild

TÜBINGEN/RIEDERICH. Ursprünglich waren es wohl rund 80 Kilo Marihuana, die im November 2018 in einer Werkstatt in Riederich gebunkert wurden. Das Rauschgift stammte aus Albanien. 40 Kilo davon wollte ein 27-jähriger Autohändler aus dem Ermstal für sich abzweigen und weiterverkaufen. So jedenfalls sah es die 2. Große Strafkammer des Tübinger Landgerichts am Mittwoch bei der Urteilsverkündung.

Der mehrfach vorbestrafte Libanese ging dabei nach Ansicht des Gerichts sehr »wendig und windig« vor. Er fungierte zuerst als Drogenkurier und lieferte die 40 Kilo auch bei einem Kunden ab. Doch das Geld für die Drogen, rund 40.000 Euro, wollte er für sich behalten. Er verpfiff die Dealer aus Riederich bei der Polizei, um freie Bahn zu haben, und setzte sich zwischenzeitlich auch in den Libanon ab.

Doch die Polizei kam dem 27-Jährigen auf die Spur und verhaftete ihn, als er wieder nach Deutschland einreisen wollte. Vor Gericht betritt der Angeklagte zuerst die Vorwürfe. Dann gab er zu, als Drogenkurier gearbeitet zu haben. Doch vor allem den Chatverläufen im Handy des Angeklagten entnahm das Gericht, dass der 27-Jährige auch als Dealer unterwegs gewesen war.

Die beiden Komplizen aus der Riedericher Werkstatt wurden bereits vergangenes Jahr vom Tübinger Landgericht zu hohen Haftstrafen verurteilt. Jetzt erwischte es auch den 27-jährigen Libanesen.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Angeklagten jetzt vier Jahre und drei Monate Haft gefordert, die Verteidigung auf eine Strafe von zwei Jahren und neun Monaten plädiert. (GEA)