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Hochschule Rottenburg forscht mit Drohnen auf der griechischen Insel Thassos

Kahle Flächen nach wiederholten Waldbränden: Mit Drohnen untersuchen Wissenschaftler aus Rottenburg und Thessaloniki die Lage auf Thassos.

Die Waldbrandgebiete.  FOTOS: DEMBEK
Die Waldbrandgebiete. FOTOS: DEMBEK Foto: Dembek
Die Waldbrandgebiete. FOTOS: DEMBEK
Foto: Dembek

ROTTENBURG. Die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und die griechische Aristoteles-Universität in Thessaloniki starten ein gemeinsames neues Forschungsprojekt. Mit Drohnentechnologie arbeiten sie gemeinsam an der Aufforstung großer, im Jahr 2016 von Waldbränden zerstörter Flächen auf der nord-ägäischen Insel Thassos.

Das einjährige Projekt wird von der Deutsch-Griechischen Versammlung (DGV) finanziell und organisatorisch unterstützt. Die DGV ist eine Initiative zwischen Griechenland und Deutschland zur Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit und Erarbeitung von Strategien zur Problemlösung auf kommunaler Ebene.

Wissenschaftler beider Unis mussten in einem Vorläuferprojekt im Jahr 2019 feststellen, dass Brandflächen nach wiederholten Waldbränden, die innerhalb immer kürzerer Zeitintervalle stattfinden, unwiderruflich kahl bleiben können und sich nur wenige neue Pflänzchen ansiedeln. Das kann die Wiederbewaldung der in der Antike als »Grüne Insel« bezeichneten Insel Thassos langfristig beeinträchtigen.

Aussaat aus der Luft

Mit Hilfe einer eingehenden Analyse von Satellitenbildern und Felddaten sollen nun Untersuchungsflächen ausfindig gemacht werden, die besonders wenig oder keinen neuen Baumwuchs zeigen. Der Fokus soll dabei auf Landschaftsausschnitten liegen, die wiederholt in den 1980er-Jahren und im Jahr 2016 durch Waldbrände beeinträchtigt wurden, teilweise gefolgt von heftigen Regenfällen wie 2020, welche die Erosionsgefahr erhöht haben.

Solche kahlen Flächen werden nun durch bodenkundliche Feldaufnahmen und Drohnendaten auf deren Standorteigenschaften untersucht. Eine probeweise Aussaat von Samen der dort vorherrschenden Kalabrischen Kiefer (Pinus brutia) mit unterschiedlichen Methoden soll zeigen, wie effektiv eine großflächige Aussaat aus der Luft mithilfe von Drohnen sein könnte. Bei Erfolg ergeben sich neue Perspektiven für die ökonomische und ökologische Wiederaufforstung mediterraner Wälder nach Brandereignissen, deren Notwendigkeit aufgrund der negativen Auswirkungen des Klimawandels immer deutlicher wird.

Das Projekt wird auf deutscher Seite von Sebastian Hein, Jürgen Schäffer und Jan Dempewolf durchgeführt und unterstützt von Studierenden der Hochschule Rottenburg. Auf griechischer Seite findet eine enge Zusammenarbeit mit dem Projektpartner Theocharis Zagas von der Aristoteles-Universität Thessaloniki, der lokalen Forstbehörde und der örtlichen Verwaltung der Insel Thassos statt. Laut Eleftherios Kyriakidi, Bürgermeister von Thassos, verbindet man große Hoffnung mit der Zusammenarbeit. (GEA)