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Aktuell Energie

Zehn Windkraftanlagen im Kreis Tübingen möglich

Ministerin lobt Starzacher Vorbild. Vier Genossenschaften dabei. Stadtwerke Tübingen begrüßen Entscheidung. Erste Untersuchungen starten.

In allen Energie-Bereichen steigen die Preise. Strom ist an der Börse so teuer wie nie.  FOTO: PLEUL/DPA
In allen Energie-Bereichen steigen die Preise. Strom ist an der Börse so teuer wie nie. FOTO: PLEUL/DPA
In allen Energie-Bereichen steigen die Preise. Strom ist an der Börse so teuer wie nie. FOTO: PLEUL/DPA

KREIS TÜBINGEN. »Die erste Hürde für eines der größten Windparkprojekte in der Region ist genommen«, freuen sich die Stadtwerke Tübingen. In der jüngsten Sitzung des Starzacher Gemeinderates bekam die SWT gemeinsam mit vier Energiegenossenschaften der Region grünes Licht für einen möglichen Windpark in der Gemeinde Starzach. Bis zu zehn Windkraftanlagen könnten ab 2027 dabei im Landkreis Tübingen entstehen.

Noch stehen wichtige Voruntersuchungen aus, nach denen sich auch die endgültigen Dimensionen des neuen Windparks ausrichten. »Mit der Beteiligung von vier Bürgerenergie-Genossenschaften ist es allerdings in jedem Fall ein Projekt mit starker kommunal-regionaler Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern für die Energiewende«, heißt es bei den Stadtwerken.

Das potenzielle Zielgebiet, das vom Umweltministerium Baden-Württemberg als Potenzialgebiet für die Windkraft ausgewiesen ist, umfasst rund 240 Hektar auf den Gemarkungen Felldorf und Bierlingen. Eigentümer sind die Gemeinde Starzach und Privateigentümer. Für die Gemeindeflächen erteilte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nun die Genehmigung zur Übernahme durch die Stadtwerke Tübingen per Gestattungsvertrag.

Ausbau versiebenfacht?

»Ein neuer größerer Windpark im Landkreis Tübingen hat für die Stadtwerke Tübingen trotz der zahlreichen bereits bestehenden Windparks einen ganz besonderen Reiz«, sagt Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen. »Nach vielen Jahren der Flaute beim Windkraftausbau stehen die Zeichen nun wieder auf Ausbau.« Als erste Schritte folgen nun Vogel- und Fledermausuntersuchungen sowie ein Windgutachten für das anvisierte Zielgebiet. Die ersten Ergebnisse werden frühestens in einem Jahr vorliegen.

Landesumweltministerin Thekla Walker (Grüne) hat vor wenigen Tagen bei einer Konferenz im Regierungspräsidium betont: Weil der Bedarf an Strom steigt, müsse man den Ausbau von Windkraft- und Solarenergieanlagen um das Siebenfache steigern: »Wir brauchen landesweit über 100 neue Windräder und müssen den Bestand der Fotovoltaikanlagen ausbauen.« Die Ministerin nannte Starzach als lobenswertes Beispiel.

Aufmerksam verfolgt wird das Geschehen auch in den Gemeinden Kusterdingen, Kirchentellinsfurt und Dußlingen. Die Stadt Tübingen will nach Möglichkeit ebenfalls Windkraftanlagen errichten: Die ausgesuchten Standorte liegen jeweils dicht an der Markungsgrenze der drei kleineren Gemeinden. (GEA/-jk)