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»Was laberst du Mann?!«

PFULLINGEN. Lil Robby, der eigentlich Roberto Sciarrino heißt, ist 18 Jahre alt. Rap war eigentlich nie sein Ding, er ist durch einen Kumpel Anoma (Johannes Riehl) zum Rap gekommen. In der 9. Klasse hatte er Robby auf seine gute tiefe Stimme angesprochen und wie gut er Beatboxen kann. Er fragte, ob er rappen möchte. Lil Robby war total überrascht davon und sagte »Was laberst du Mann!?«. Anoma hat ihn zu sich nach Hause gebracht und sie haben mit einem 10-Euro-Mikrofon erste Lieder aufgenommen.

Lil Robby rappt über persönliche Sachen, Ghetto und Gangs gehören nicht dazu.
FOTO: ZMS
Lil Robby rappt über persönliche Sachen, Ghetto und Gangs gehören nicht dazu. FOTO: ZMS
Lil Robby rappt über persönliche Sachen, Ghetto und Gangs gehören nicht dazu. FOTO: ZMS

Seine Klassenkameraden nannten ihn Little Robby wegen seiner Größe. Dieser Name war ihm zu lang, darauf hin hat Anoma ihm den Namen Lil' Robby gegeben.

Viele Leute dachten der Name hätte etwas mit dem »Dirty South« zu tun. Mit »Dirty South« ist der Rap aus dem Süden der USA gemeint, von dort stammt auch Lil' John. Genau das wollte Robby aber nicht, denn sein Name hat eine andere Bedeutung.

Songs mit Sinn sind gut

Anoma und Lil Robby bildeten eine Crew namens »37 Ghost Music«. Die Drei ist Robbys Glückszahl. Die Sieben war in Anomas Leben auch sehr wichtig. Erstmals wollten sie sich 73 Ghost Music nennen, aber das war nicht das Richtige, weil sie nicht in den 70ern geboren sind. Sie einigten sich auf den Namen »37 Ghost Music«.

Wie sich »37 Ghost Music« gefunden hat? Anoma hat Robby gefunden und das dritte Mitglied, Sel, kam 2005 zu Robby nach Hause und überzeugte Robby mit seiner Offenheit, sich in Raptexten auch sehr fantasievoll auszudrücken. Im Laufe der Zeit sind sie eine Crew geworden.

Ihrem Duo hatten Robby und Anoma zuvor den Namen Ebola gegeben, das ist eine tödliche, ansteckende Krankheit. Lil Robby rappt jetzt schon seit etwa vier Jahren. 2004 hat er damit angefangen.

Er rappt über persönliche Sachen, über Sachen, die er im Alltag, in seinem Umfeld erlebt und über Dinge, die er anderen Menschen auf den Weg geben kann. Sein Ziel ist es, dass die ganze Sache, die er mit der Musik macht, auch Sinn hat.

Robby erwähnte, dass er immer der kleine »Penner« war. Der Kleinste, einer der keinen Wert drauflegt, wie er rausging, der ausgelacht und geschlagen wurde. Aber jetzt ist das nicht mehr so! Seitdem er rappt, sind die Leute ihm gegenüber netter geworden. Robby produziert selber Beats für seine Rapstücke.

Seine »Rap Es EP« hat ihm etwas Ruhm in der Szene gebracht. Rapper und Produzenten haben ihn darauf angesprochen, ihn hoch zu bringen, aber Robby hält nichts davon, er bleibt immer bodenständig.

Rap-Szene findet er zum Heulen

Eigentlich wollte er nicht mal rappen, aber jetzt macht er es. Er will - wie gesagt - den Leuten etwas auf den Weg geben und nicht behaupten, dass er Bushido Nr. 2 wäre.

Er findet die Rap-Szene, so wie sie jetzt ist, »zum Heulen«. Er findet sie langweilig, weil jeder immer das Gleiche macht. Songs über das »Ghetto«, Schlägereien, Gangs und Rapper die kaum Deutsch können, findet er scheiße, weil er meint, dass die Texte, die man vermittelt, verständlich für andere Menschen sein müssen.

Die letzte Frage wäre was kann man von »37 Ghost Music« erwarten? Lil' Robby äußerte sich mit dem Satz »2008 und alles wird sich ändern«. Was er damit meint, wollte er nicht verraten. Deshalb kann man gespannt darauf sein, was demnächst in Reutlingen zu hören sein wird. (ZmS)



Sergio Accardi, Schloss-Schule Pfullingen, Klasse 8 a