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Aktuell INTERVIEW

Frühling mitten im November

MÖSSINGEN. Warum war es am Monatsanfang des Novembers so warm? Oft wurden im Albvorland mehrfach die 20 Grad überschritten. Roland Hummel, Wetterexperte aus Engstingen, hat sich die Zeit genommen, Evelyn Emelanov aus der Klasse 8b des Evangelischen Firstwald-Gymnasiums zu diesem Thema ein paar Fragen zu beantworten:

Ein Blick auf die Achalm.
Ein Blick auf die Achalm. Foto: Jürgen Meyer
Ein Blick auf die Achalm.
Foto: Jürgen Meyer
ZmS: War es in den letzten 50 Jahren am Anfang des Novembers auch so warm wie in diesem Jahr oder gab es zu dieser Zeit schon Minustemperaturen?

Roland Hummel: Am kältesten war es in Engstingen in der ersten Monatsdekade im Jahr 1995 mit minus elf Grad, die zweite Monatsdekade war im Jahr 1998 am kältesten, damals wurden sogar minus 14 Grad gemessen. Auch im Albvorland sind etliche Minusgrade keine Seltenheit zu dieser Jahreszeit.

Ist der aktuelle Klimawandel eine Bedrohung für uns oder die Umwelt?

Hummel: Manche ökologische Systeme reagieren schlecht auf Veränderungen, aber es gibt auch welche, die sich problemlos auf einen Wandel einstellen. Die Erderwärmung muss natürlich wissenschaftlich beobachtet werden, um die Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt zu erkennen.

Was sind die Ursachen für eine Klimaveränderung?

Hummel: Die Veränderungen sind zu etwa 75 Prozent von der Sonne und nur zu 25 Prozent durch den Menschen verursacht. Die Sonne war schon immer verantwortlich dafür, dass es oft warme Perioden auf der Erde, aber auch Jahrtausende lange Eiszeiten gegeben hat. Die vielen Schadstoffe, die in der Atmosphäre durch den Menschen vorhanden sind, sind natürlich auch aktuell ein Grund dafür, dass sich das Klima verändert.

Ist die Wetterveränderung ein Vor- oder Nachteil für uns Menschen und für die anderen Lebewesen?

Hummel: Es hält sich die Waage, weil viele von der veränderten Lebenssituation profitieren, während die anderen den negativen Einfluss dulden oder erleiden müssen.

Wird es ein Problem sein, wenn die Erde sich weiterhin erwärmt?

Hummel: In Nord- und Mitteleuropa hat sich die Erde seit der letzten Eiszeit, die vor 13 000 Jahren allmählich zu Ende ging, um etwa 13 Grad erwärmt, das heißt in 100 Jahren um 0,1 Grad. Derzeit erwärmt sich die Erde um etwa 0,7 bis 0,8 Grad in 100 Jahren. Bleibt der Anstieg weiterhin so rasant, kann es auf jeden Fall zu ökologischen Problemen kommen, denn die Natur und die Umwelt hätten nicht genügend Zeit zur Umstellung und Anpassung. (ZmS)