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Brennholz selbst gemacht

Fällen, sägen, spalten: Bis aus riesigen Baumstämmen kleine Brennholzscheite werden, ist es ein hartes Stück Arbeit. Rechts im Bild: ZmS-Reporter Michael Feucht.
Fällen, sägen, spalten: Bis aus riesigen Baumstämmen kleine Brennholzscheite werden, ist es ein hartes Stück Arbeit. Rechts im Bild: ZmS-Reporter Michael Feucht. Foto: ZmS
Fällen, sägen, spalten: Bis aus riesigen Baumstämmen kleine Brennholzscheite werden, ist es ein hartes Stück Arbeit. Rechts im Bild: ZmS-Reporter Michael Feucht.
Foto: ZmS

ST. JOHANN. Jedes Jahr im Winter kaufen mein Vater und mein Onkel einen stehenden Holzschlag. Das heißt, die Bäume stehen noch im Wald und müssen gefällt werden. Dafür benötigt man eine besondere Holzfällerberechtigung. Wen man keine solche Berechtigung besitzt und bei Waldarbeiten von einem Förster erwischt wird, bekommt man einen Waldverweis. Außerdem muss Sicherheit eingehalten werden. Das heißt, Stahlkappenschuhe und eine Schnittschutzhose. Das ist eine Hose, die die Beine schützt, sollte die Motorsäge abrutschen und in Beinnähe gelangen.

Manche Bäume sind tabu

Nachdem wir den Holzschlag gekauft haben, gehen wir zuerst mit einem Bulldog (schwäbische Bezeichnung für Traktor) in den Wald. An den Deutz-Fahr DX 3.65 von meinem Onkel wird eine Seilwinde angehängt. Sobald mein Vater und Onkel den Stand der Bäume überprüft haben, muss der Wald an der Gefahrenzone abgesperrt werden. Erst dann beginnen sie zu fällen. Nur die Bäume, die vom Förster mit einem Zeichen gekennzeichnet sind, dürfen gefällt werden. Alle anderen Bäume sind tabu für die Motorsäge.

»Krach Peng« - nun liegen zwei bis drei Bäume auf dem Waldboden und müssen von den vielen Ästen befreit werden. Jetzt endlich komme ich zum Einsatz. Ich starte den Bulldog und ziehe mit der angehängten Seilwinde die Bäume heraus. Sobald alle Bäume gefällt sind, werden sie mit dem Frontlader des Bulldogs gepoltert. Gepoltert heißt, dass die liegenden Stämme auf einen Stapel geschoben werden. Nun komme ich wieder zum Einsatz und darf die Stämme auf die gewünschte Länge von einem Meter zeichnen. Die vielen Meterstücke werden von meinem Vater und Onkel aufgesägt. Dann ist das Tagwerk vollbracht.

Eine Woche später geht es weiter. Mit einem kleineren Bulldog, dem Deutz D 4006, werden die ein-Meter-Stücke mit einem Hydraulikspalter in die gewünschte Breite gespalten. Das ist eine sehr mühselige und harte Arbeit.

Nasses Holz raucht nur

Nach diesem Arbeitsschritt muss nur noch das gespaltene Holz mit Bulldog und Anhänger zu einem trockenen Lagerplatz transportiert werden. Das Holz muss zwei bis drei Jahre gelagert werden, denn nasses Holz raucht nur im Kamin und verursacht Glanzruß - was nur zu einer teuren Reinigung führt. Nach zwei bis drei Jahren wird das Holz mit der Kippsäge in die gewünschte Länge gesägt, aufgeladen und in die Haushalte geliefert. Beim Sägen sind wir zu dritt. Einer gibt das Holz von dem Holzstapel, ein anderer sägt es. Der Dritte im Bunde wirft das gesägte Holz auf den Anhänger. Bei dieser Arbeit wechseln wir regelmäßig durch. So werden von uns mehrere Festmeter Holz aus dem Wald als Brennholz an die Verwandtschaft geliefert.

BENÖTIGTE WERKZEUGE



Wippsäge:

Durch den Antrieb des Bulldogs wird das Sägeblatt bewegt. Die optimale Geschwindigkeit beträgt 500 oder mehr Umdrehungen. Das gespaltene Holz wird in die Kippmulde eingelegt. Nun wird die Mulde nach vorne gedrückt. Somit bewegt sich das Holz Richtung Sägeblatt. Nun wird das Holz geteilt.

Hydraulikspalter: Durch den Antrieb des Bulldogs kann der Hydraulikspalter in Bewegung gesetzt werden. Zum Spalten der Ein-Meter-Stücke müssen diese senkrecht in den Hydraulikspalter gestellt werden. Durch gleichzeitiges Drücken zweier Hebel, wird bei unserem Hydraulikspalter der Spaltkopf von 11 Tonnen nach unten gedrückt und spaltet somit das Holz.

Seilwinde: Die Seilwinde wird an einen Bulldog angekoppelt. Durch die Kraft unsere Seilwinde wird ein Stahlseil mit einer Zugkraft von vier Tonnen eingezogen. Dadurch kann man sehr gut Bäume anziehen.

Bulldog Deutz-Fahr DX 3.65: Der Bulldog von meinem Onkel hat 70 PS und eignet sich aufgrund seines Allrad-Antriebs sehr gut für Waldarbeiten im Winter. (ZmS)

Michael Feucht, GHWRS Würtingen, Klasse 9