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Aktuell INTERVIEW

Begleiter junger Menschen im Glauben

WALDDORFHÄSLACH. Was ist ein Jugendreferent und was macht er? Diese und andere Fragen beantwortet Kim Manuel Dürr im ZmS-Interview. Dürr ist der erste Jugendreferent in Walddorfhäslach. Er arbeitet seit 14 Monaten dort und definiert das Wort »Jugendreferent« als christliche Jugendarbeit, Begleiter junger Menschen im Glauben und als Ansprechpartner für die Menschen in der Gemeinde.

ZmS: Herr Dürr, wie kamen Sie auf die Idee, als Jugendreferent zu arbeiten?

Kim Manuel Dürr: Ich hatte nie geplant, Jugendreferent zu werden, obwohl ich den Beruf kannte. Ich habe im FSJ (freiwilliges soziales Jahr) in zwei badischen Kirchengemeinden gearbeitet. Meine Aufgabe war es, Jungschargruppen und Teenkreise zu gründen. Es gab da vorher keine Jugendarbeit. In diesem Jahr habe ich gemerkt, dass es total cool ist und Gott mir ein Herz dafür gegeben hat, junge Menschen im Glauben zu begleiten.

Was für ein Schulabschluss braucht man, um als Jugendreferent zu arbeiten und wie findet man eine Gemeinde, die einen Jugendreferenten braucht oder will?

Dürr: Es kommt drauf an, welche Ausbildung man macht als Jugendreferent. Ich war damals an der Evangelisten- schule Johanneum, das ist eine theologisch-seminaristische Ausbildungsstätte. Die Ausbildung dauerte drei Jahre. Dazu hat man entweder einen Realschulabschluss und eine Berufsausbildung gebraucht oder Abitur und ein Praktikumsjahr – so was also, wie ich gemacht habe. Die Gemeinden, die Leute suchen, schicken ihre Stellenbeschreibung an die Schulen und Ausbildungsstätten. Die waren bei mir in einem Ordner gesammelt, da konnte man im letzten Ausbildungsjahr dann schauen, welche Stellen es so gibt in Deutschland und im Ausland und sich eine geeignete raussuchen.

Was sind die Aufgaben eines Jugendreferenten?

Dürr: Konfirmandenarbeit, Mitarbeiterbegleitung, Predigen im Jugendgottesdienst und im normalen Gottesdienst. Ansprechpartner sein, wenn eine Gruppe sagt, wir wollen einen Jahresplan für unsere Jungschar erstellen. Oder, falls jemand ein Gespräch möchte zu einem Glaubensthema, als Gesprächspartner fungieren.

Wie sieht eigentlich Ihr Tagesablauf aus und gibt es schon neue Pläne für Aktionen in der Jugendarbeit?

Dürr: Mein Tagesablauf ist sehr unterschiedlich. Als Jugendreferent arbeitet man viel abends und am Wochenende. Morgens mache ich Büroarbeit, aber es kann sich auch auf mittags verschieben. Ich habe halt nicht Feierabend, wenn die anderen Feierabend haben, das ist aber für mich in Ordnung. Es gibt neue Pläne für die Jugendarbeit in Walddorfhäslach, aber das würde jetzt zu lange dauern, sie aufzulisten.

»Konfirmandenarbeit ist total cool und macht richtig viel Spaß«
Mit wem arbeiten Sie am liebsten zusammen. Mit kleinen Kindern, Teenies oder Erwachsenen? Und warum?

Dürr:

Ich arbeite mit allen Leuten gerne zusammen. Am liebsten aber mit Teenies zwischen 13 und 18 Jahren. Da gehören die Konfirmanden dazu. Auf der Konfirmandenfreizeit kommen die Konfirmanden zwischen 13 und 14 Jahren mit den Mitarbeitern zusammen. Das ist total cool und macht richtig viel Spaß.

Wer ist Ihr Chef, wer trifft die Entscheidungen?

Dürr: Das Gremium, das mich eingestellt hat und dem ich Rechenschaft ablegen muss, ist der CVJM-Ausschuss. Da sitzen unsre drei Vorstände und andere gewählte Ausschussmitglieder drin. Wir treffen uns etwa einmal im Monat und mit denen spreche ich mich ab.

Fühlen Sie sich wohl in der Gemeinde Walddorfhäslach?

Dürr: Ja, ich wurde sehr freundlich aufgenommen und werde immer noch freundlich gegrüßt. Ich mag die Leute sehr und die Art, wie sie auf mich zugehen. Ich arbeite gerne mit Jüngeren und Älteren zusammen, diese Möglichkeit gibt es hier. Und es ist eine spannende Erfahrung, mal Schwabe zu sein.

Vielen Dank für das Interview. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft und noch viel Freude in der Gemeinde Walddorfhäslach. (ZmS)

Annika Jetter, BZN-Gymnasium Reutlingen, Klasse 9 d