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Aktuell Leserbrief

»Wenige versuchen, zu blockieren«

Windkraftanlagen und Stadtbahn (per E-Mail)

Zum Thema Windkraft gibt es nur eine einzige Meinung. Jeder möchte die Umwelt schonen, jeder möchte sein Bestes dazugeben. Aber: bitte nicht vor meiner Haustüre. Kaum ist ein Planungsverfahren bekannt, flüchten sich die üblichen Verdächtigen in ihre Schützengräben, um ihren Schlachtplan zu erörtern. Es sind jene, die Schuld daran haben, dass diese Verfahren unendlich in die Länge gezogen werden durch durchsichtige Klagen bei den zuständigen Stellen.

Es wird geklagt um des Klagenswillen. Mit fadenscheinigen Argumenten wird versucht, zu verhindern, was nicht zu verhindern ist. Die Klagewut und das gleichzeitige »Umwelt schonen wollen« passen nicht zusammen. Ein Windrad kann auch eine Attraktion sein, ein Hingucker. Es ist sauber und effizient. Lärm macht es keinen, es sei denn, man will Lärm wahrnehmen. Die paar Bäume, die dafür geopfert werden müssen, werden an anderer Stelle wieder neu gepflanzt werden. Somit ist auch das Thema Umweltverträglichkeit vom Tisch.

Es sind immer nur ein Paar wenige, die versuchen alles zu blockieren. Die große Mehrheit ist dafür. Ebenso beim Thema Stadtbahn. Dass die Stadt Reutlingen große Fehler gemacht hat in den 70er-Jahren ist bekannt – »wir machen, was andere machen« war das Stichwort. Die Straßenbahn wurde ohne Not aufgegeben, man stieg auf Busse um, anstatt die Schiene auszubauen. Jetzt, 50 Jahre später, will man wieder eine Stadtbahn, aber die wird deutlich mehr kosten, als wenn man sie nie abgeschafft hätte. Städte wie Ulm, Augsburg, Heilbronn, Freiburg und andere haben damals den Weitblick gehabt, der den Reutlinger gefehlt hat. Aber ganz generell, Windkraft und Stadtbahn sind Umwelt gerecht und modern, da sollte man sich nicht verschließen, es sei denn, man trauert der verstaubten Vergangenheit nach, und möchte keine Veränderungen.

 

Bernd Ulmer, Pfullingen