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Aktuell Leserbrief

»Verunsicherung, Sorge und Ärger«

Zum Tagesthema »So wäre das tägliche Leben im Verteidigungsfall«, 3. 11. (per E-Mail)

Zweimal innerhalb einer Woche ging es auf dem Titelblatt des GEA im weitesten Sinne um das Thema »Verteidigungsfall« beziehungsweise »Ernstfall«. Das eine Mal ging es um eine zusätzliche Unterrichtsstunde in unseren Schulen zu diesem Thema. Beim anderen Mal widmete der GEA vom 3. November dieser Thematik gleich mehrere Seiten. Da stellt sich uns die Frage, aus welchem Grund diese Meldungen so gehäuft auftreten und dieses Thema so im Fokus ist. Ist es wirklich so, wie der GEA suggeriert, dass alle wissen wollen, wie es denn wäre, wenn morgen ein Krieg beginnt? Steht uns der »Verteidigungsfall« wirklich unmittelbar bevor? So langsam gewinnt man immer mehr den Eindruck, dass ein Krieg ein realistisches Szenario werden könnte und das löst bei uns nicht nur Verunsicherung und Sorge aus, sondern auch Ärger. Ärger insbesondere darüber, mit welcher Häufigkeit und in welchem Umfang dazu berichtet wird. Ist das wirklich nötig und sinnvoll?

Wäre es nicht besser, diesen besorgniserregenden Informationen, Szenarien und »Vorbereitungen« für den »Ernstfall« (siehe Leitartikel am 3. November) weniger Raum zu geben und die dafür freiwerdenden Energien und Ressourcen für Informationen über weitere Friedensbemühungen einzusetzen? Welche Informationen gibt es dazu? Welche Gespräche laufen im Hintergrund, oder gibt es wirklich gar keine diplomatischen Bemühungen mehr? Momentan gewinnt man leider eher den Eindruck, dass der Fokus auf Krieg liegt.

 

Julia Hutfless und Dennis Jäckel, Reutlingen