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Aktuell Leserbrief

»Nicht, dass der Zug der Zukunft vorbeifährt«

Regional-Stadtbahn, Trassenführung durch Pfullingen (per E-Mail)

Eine Gesellschaft, die sich Änderungen verweigert, wird nicht den »Status Quo« erhalten – sie verzichtet jedoch darauf, sich an der Gestaltung der Zukunft zu beteiligen. Das möchte man denjenigen in Pfullingen zurufen, die, weil sie sowieso gegen die Stadtbahn sind, nun für das vermeintlich kleinere Übel votieren wollen.

Die Annahme, in 10 bis 15 Jahren würde das Stadtbild so ähnlich sein wie heute , nur mit mehr Elektroautos und ein paar Quartiersbussen – mit oder ohne Fahrer – ist eine Illusion. Großstädte wie London, Paris oder Kopenhagen zielen auf eine Stadtentwicklung mit immer weniger Autos ab. Der Autoverkehr wird gezielt zurückgedrängt mit der Reduzierung der Fahrspuren für Autos, teuren Parkplätzen und mit der Bevorzugung des ÖPNV sowie von Fußgängern und Radfahrern. Diese Entwicklung wird auch hier in der süddeutschen Provinz Einzug halten – Anfänge sind ja schon gemacht.

Wenn Pfullingen sich als das Unterzentrum (fast Mittelzentrum), das es aktuell ist, mit Kirche, Rathaus, Schulen, Kultur, Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten weiterentwickeln will, dann muss das potenzielle Klientel, also Menschen aus dem Umland, genau ins Zentrum geführt werden, und nicht daran vorbei. Sollte also die Trassenvariante entlang der alten Bahntrasse durch den Pfullinger Gemeinderat beschlossen werden, so kann Pfullingen in Zukunft für sich in Anspruch nehmen, die Stadt zu sein an der der Zug der Zukunft vorbeifährt!

 

Alfons Bucher, Pfullingen