Keiner braucht es, niemand wollte es, aber trotzdem wurde das Projekt vorangetrieben. Es wurde mit großen Zahlen jongliert. 30.000 Container pro Jahr. Auf Nachfragen welche Industriezweige, Betriebe, Handelsfirmen denn solch einen Bedarf in der Region hätten, wurden weder Ross noch Reiter genannt. Es seien belastbare Studien des Landes vorausgegangen. Aha. Die Branche des Intermodal- und Kombiverkehrs rieb sich verwundert die Augen und schüttelte die Köpfe. Das ficht die Verwaltung nicht an. Die Stadt kaufte das alte Güterbahnhofareal der Deutschen Bahn ab und gab Machbarkeitsstudien, Untersuchungen, Prüfaufträge in Arbeit. Das summierte sich über die Jahre auf eine knappe Million Euro. Nun, wo man sieht, dass es sich das ZELT nicht realisieren lässt, hat man es vorerst zurückgestellt. Weil niemand den Mut hat zu sagen: »Aber er hat ja gar nichts an.« – wie bei des Kaisers Neue Kleider. Die Stadt sollte sich hier ehrlich machen. Dann wären allerdings auch die 311.000 Euro an Fördergeldern wieder zurückzuzahlen. Davor scheut man offensichtlich zurück. Der WiR-Fraktion Dank, das Thema angestoßen zu haben. Jetzt sind alle Gemeinderäte gefragt sich der Forderung nach Offenlegung aller Unterlagen anzuschließen, damit Klarheit in der Sache ZELT geschaffen wird.
Dirk Mrotzeck, Reutlingen
