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Aktuell Leserbrief

»Müssen Fische bevorzugt werden?«

Zum Artikel »Mauerfall: Freie Bahn für Fische« vom 10. November (per E-Mail)

Ich bin wahrlich kein Leserbriefschreiber, aber diesmal konnte ich nicht anders. Grund ist der große Artikel in der Montag-Ausgabe mit obigem Titel. Sind nicht genug schon viele Betzinger Bürgerinnen und Bürger auf die Palme gebracht mit den vielen verlängerten Bauunterbrechungen bei der gelungenen Renaturierung der Echaz wegen dem Laichschutz. Komisch – jedem Schüler, Anwohner, allgemein Betzinger Bürger wurde zugemutet, Umwege wegen der notwendigen Sperrung der Hoffmannstraße hinzunehmen, aber die (nicht vorhandenen Fische) hatten mehr Recht als alle anderen! Ich habe bestimmt auch viel übrig für Natur und tierische Lebewesen, aber irgendwann sollte auch der Mensch und sein Recht auf Freiheit beachtet werden.

Ich kenne den Echazlauf seit meiner Kindheit und freue mich sehr, dass es wieder ein Gewässer ist, in dem man waten und baden kann (mit meinen Enkelinnen des Öfteren praktiziert), aber dass nun der Wasserfall (wir nannten es das Wehr) wegen nicht vorhandenen Fischen um fast eine Million umgebaut und mit einer Fischtreppe EU-gerecht werden soll, kann und will ich nicht verstehen.

Genauso wenig verstehen kann ich, dass der Ortschaftsrat – unsere bürgerlichen Vertreter – seine Zustimmung gab! Bis vor circa 20 Jahren war der Wasserfall noch circa fünf Meter hoch, im Zuge der Abflachung der Echaz sind es nur noch etwa zwei Meter. Warum muss da auf einmal ein solcher Aufwand betrieben werden? Müssen nun auf einmal die (nicht vorhandenen) Fische so bevorzugt werden?

Auch hier wird wieder keine Rücksicht auf die vielen Schülerinnen, Schüler und sonstige Radfahrer auf der Strecke zwischen Wannweil und Betzingen Rücksicht genommen – und dies sind viele. Ihnen wird zugemutet, den gefährlichen Umweg parallel zur Hauptverbindungsstraße Betzingen– Wannweil zu nehmen. Was gehen uns die an – könnte man da meinen, die (nicht vorhandenen) Fische sind uns wichtiger.

Bei all diesen Auflistungen kommt ja noch das weitere Thema: Überall sind die Kassen leer, die Kommunen wissen nicht, wo das Geld für notwendige Vorhaben genommen werden soll, aber für eine Fischtreppe, da hat man auf einmal eine Million Euro übrig! Egal, ob ein Großteil aus Zuschuss besteht, der Zuschuss wird auch von uns Bürgern bezahlt.

Noch ist die Genehmigung vom Regierungspräsidium und des Landratsamtes nicht erteilt – doch der letzte Satz in dem Montagbericht, »das Risiko einer Ablehnung ist gering«, ist traurig!

 

Fritz Pfingsttag, Betzingen