Am 28. Oktober erhielt ich eine E-Mail von Naldo mit der Mitteilung, dass der mobile Ticketshop in der Naldo-App deaktiviert wurde. Fahrgäste sollen »vorübergehend auf den konventionellen Ticketkauf« ausweichen. Weshalb wird nicht versucht, den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr möglichst einfach zu gestalten? Man verweist darauf, dass Tickets beim Busfahrer, an Automaten oder an Vorverkaufsstellen erhältlich sind – in welchem Jahrhundert leben wir eigentlich? Alternativ kann man über die Homepage Tagestickets erwerben, diese sind jedoch nur als print@home-Variante verfügbar, weil man ja auch immer einen Drucker dabei hat.
Gleichzeitig wird angekündigt, dass erst im Jahr 2026 eine neue App an den Start gehen soll. Das wäre grundsätzlich kein Problem – wenn man im Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (Naldo) die Tickets, wie in den meisten anderen Verbünden, über die DB-App kaufen könnte. Doch das ist leider bis heute nicht möglich. So sieht Digitalisierung im Jahr 2025 aus: eine App weniger, kein schneller digitaler Ersatz – und Kundinnen und Kunden, die wieder auf Papiertickets angewiesen sind. Von echter Kundenfreundlichkeit und digitalem Fortschritt ist das leider weit entfernt.
Achim Großmann, Reutlingen
