Wir unterstützen den Aufruf der Seebrücke, da wir ebenfalls in großer Sorge über die Entscheidungen und Maßnahmen der Koalitionsregierung sind: die rechtswidrige Zurückweisung an den Grenzen, das inhumane Aussetzen des Familiennachzugs, die Streichung der staatlichen Gelder für die Seenotrettung mit tödlichen Folgen für viele Flüchtende.
Nun haben wir erfahren, dass der GEA seine (zunächst von einem Kollegen fälschlicherweise erteilte, d. Red) Zusage, die Seite zu veröffentlichen, zurückgezogen hat. Die Begründungen sind für uns nicht nachvollziehbar. Bei uns entsteht der Eindruck, dass der GEA durch seine Ablehnung Statements und klare Haltungen für die Einhaltung der Menschenrechte verhindert.
Es ist uns unverständlich, dass eine Tageszeitung eine finanzierte PR-Anzeigen-Seite durch Interessengruppen und aktive Bürger verhindert.
Wir vom Verdi-Ortsverein unterstützen die Anliegen der Seebrücke und finden es dringend notwendig, auch in der örtlichen Tageszeitung die Meinung vieler zu veröffentlichen.
Ingeborg Gerhardt für den Verdi- Ortsverein Reutlingen, St. Johann
A nmerkung des Verlags: Als Verlag mit unserer Redaktion legen wir großen Wert auf Meinungsvielfalt und gesellschaftliche Diskussion. Dennoch müssen wir bei der Veröffentlichung von Anzeigen klare Grenzen ziehen. Anzeigen dienen in unserem Medium primär der Information über Produkte, Dienstleistungen, Unternehmen oder regionale Projekte. Politische Aufrufe oder stark meinungsbetonte Inhalte – unabhängig davon, ob sie von Parteien, Initiativen oder anderen Gruppen stammen – überschreiten den Rahmen klassischer PR-Anzeigen, die Diskussionen darüber bilden wir aufgearbeitet im redaktionellen Teil ab. Dies gilt auch für die vorliegende Initiative. Wir möchten uns als unabhängiges Medium nicht politisch instrumentalisieren lassen. Unser Ziel ist es, neutral zu informieren. Dies gilt ausnahmslos, unabhängig davon, aus welchem politischen Lager oder von welchen zivilgesellschaftlichen Initiativen eine Anzeige stammt. Meinungen haben ihren Platz – in Form von Leserbriefen, Gastbeiträgen und Berichterstattung. Für politische Werbung jedoch gelten bei uns andere Maßstäbe. Wir danken für Ihr Verständnis für diese Entscheidung.Zum hier angesprochenen Thema haben uns nahezu identische Leserbriefe erreicht. Deshalb drucken wir einen exemplarisch ab.
