Das Schicksal der kleinen Streunerkatze Fritte, die kürzlich in eine Ölwanne gefallen war, berührt mich sehr. Vor ihrem Tod mit gerade mal sechs Monaten hat sie sicher arg gelitten. Es ist mir völlig unverständlich, warum Reutlingen noch keine Katzenschutzverordnung hat. Eningen kriegt das doch auch hin – und diese Kommune ist deutlich kleiner als unsere Großstadt Reutlingen! Herr Keppler vom Ordnungsamt meint, das Problem sei doch nicht so schlimm, die Anzahl der Streunerkatzen würde nicht steigen. Mag sein, dass er recht hat und die Anzahl schon seit Jahren gleich (viel zu) hoch ist. Man frage bitte die Tierheime in Reutlingen und Pfullingen, wie viele Stunden Arbeit und wie viel Geldeinsatz erforderlich sind, um dem vermeintlich kleinen Problem Herr zu werden! Appelle an die Katzenbesitzer scheinen nicht zu fruchten, mit einer entsprechenden Verordnung könnten viele schreckliche Tierschicksale vermieden werden. Ich liebe Katzen und habe selbst zwei Freigänger aus einem Tierheim – selbstverständlich kastriert und tätowiert. Beide haben auf die Kastration nicht mit auffälligem Verhalten reagiert, die Operation kostete pro Katze weniger als ein Jahr Hundesteuer. Hundebesitzer zahlen Jahr für Jahr ihrer Kommune eine Abgabe für das Vergnügen, eine Fellnase zu haben. Von uns Katzenbesitzern kann man verlangen, dass die Tiere nicht unkontrolliert Nachwuchs produzieren dürfen, der dann ein wildes und gefährliches Leben führen muss. Wahre Tierliebhaber wissen das. Ich appelliere an die Verwaltung der Stadt Reutlingen: Schaffen Sie Fakten mit einer Katzenschutzverordnung! Entlasten Sie damit die Tierheime! Helfen Sie mit, dass nicht unzählige kleine Wesen gezeugt werden, auf die viele Gefahren lauern, die sie alleine nicht bewältigen können. Und falls Sie nicht wissen, wie das geht – fragen Sie einfach Ihre Eninger Kollegen. Die helfen sicher gern.
Marion Fischer, Reutlingen
