Offensichtlich möchte man in Reutlingen durch Taschenspielertricks Geld generieren. Die Schulgebäude als Vermögenswert sollen in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert werden. Diese Vermögenswerte sollen dann für die Banken als Sicherheit für zinsgünstige Kredite dienen. Die Verkaufserlöse ermöglichen dann der Stadt Reutlingen wiederum ein Darlehen, das den Stadtwerken als Eigenkapital beim Netzausbau hilft. Irgendwie erinnern solche Finanz-Konstrukte an einen Österreicher, der in jüngster Zeit immer mal wieder hinter schwedischen Gardinen sitzt.
Schon die These, dass sich die Sanierung unseres Rathauses durch die Einsparungen bei fremd angemieteten Räumlichkeiten von selbst trägt, war haarsträubend. Darf der Steuerzahler denn nicht erwarten, dass die Behörden permanent nach Einsparungspotenzialen suchen? Wenn Büro-Arbeitsplätze im Wandel sind, was hat das mit der Sanierung des Rathauses zu tun? Wenn man wirklich so denkt, dann sollte man schleunigst die Schulen top auf Vordermann bringen. Denn dann haben wir in etwa zwanzig Jahren so viele gut ausgebildete Menschen in Reutlingen, dass jede Menge innovative Gewerbe entstehen. Die Gewerbesteuer wird nur noch so sprudeln. Die Schulen finanzieren sich dann ganz von selbst! Wie wäre es alternativ mit solidem Wirtschaften? Prioritäten setzen. Einsparungsziele durch Digitalisierung und KI definieren und hartnäckig verfolgen. Nicht nach jedem Fördertopf schielen, sondern einfach mal das machen, was Priorität hat.
Lieber Gemeinderat: Bitte um gute Lösungen streiten! Mit Friede – Freude – Eierkuchen kommen wir hier nicht weiter. Das ermuntert unsere Stadtverwaltung nur, von wundersamen Geldvermehrungen zu träumen.
Steffen Krämer, Reutlingen
