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Aktuell Leserbrief

»Es gibt eine Menge Studien, die nicht haltbar sind«

Gefahr durch Infraschall und Verschandelung der Landschaft durch Windräder (per E-Mail)

Infraschall wird bei den skeptischen Leserbriefen oft als Argument gegen Windkraftanlagen genannt. Das Problem ist, dass man sich wirklich sehr detailliert und fachkundig mit dem Thema Infraschall auseinandersetzen muss. Es gibt eine Menge »wissenschaftlicher« Artikel, die man genau analysieren können muss, um Fehler oder tendenziöse Beeinflussungen bei den Untersuchungen feststellen zu können. Denn es wird immer ein Endpunkt festgelegt, der bewiesen werden soll oder nicht bewiesen werden kann.

Nach dem Motto »Glaube nur der Studie, die du selbst gefälscht hast!« gibt es eine Menge Studien, die bei genauerem Hinschauen nicht haltbar sind. So auch beim Thema Infraschall. Bei Infraschall handelt es sich um sehr tiefe Töne, die wir Menschen nicht mehr hören können, die uns im Alltag aber auch heute schon begegnen (Beispiele: schleudernde Waschmaschine, Ölheizung, die anläuft). Fakt ist: Wirklich wahrnehmen können wir solche Töne nur, wenn sie sehr laut sind. Bereits in wenigen Hundert Meter Entfernung liegt der Infraschall von Windkraftanlagen deutlich unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsgrenze und wird meist von natürlichen anderen Alltagsgeräuschen überdeckt. Um den Infraschall zu bestimmen, wird in Versuchen der Schalldruck und die Frequenz gemessen. Diese sind bei Windenergieanlagen so niedrig, dass bis heute kein einziger Nachweis existiert, dass diese geringen Schalldrücke in irgendeiner Form relevant wären.

Zum Punkt Verschandelung der Landschaft: Fragen Sie mal in Gegenden mit Windrädern, zum Beispiel am Meer oder in Brandenburg, ob die Anwohner sich nach einigen Jahren noch an den Windrädern stören. Die meisten haben sich daran gewöhnt. Sie gehören wie bei uns die Hochspannungsleitungen oder Funkmasten zur alltäglichen Umgebung.

Beim Autoverkehr, der uns sehr mit Abgasen und Lärm einschränkt und den Tieren, die ja auch zur Natur gehören, Lebensraum nimmt, gibt es dagegen wenig Widerstände. Die gesundheitlich negativen Aspekte werden hingenommen. Dafür wollen aber die Gegner der Windkraft in Bronnweiler und Ohmenhausen lieber auf die Vorteile der Windkraft in ihrer Nähe verzichten. Das bedeutet Verzicht auf finanzielle Boni von der Firma Schöller für die Stadt Reutlingen mit ihren Teilorten und Verzicht auf Beteiligungsmöglichkeiten der einzelnen Bürger an den Gewinnen. Es wäre gut, wenn die Gemeinderäte der Stadt Reutlingen bei ihrer Abstimmung noch einmal gut abwägen, was zuzumuten und was sinnvoll ist.

 

Sigrun Häußermann, Reutlingen