Zunächst möchte ich deutlich machen, dass ich nichts gegen erneuerbare Energien im Allgemeinen und gegen Windkraftanlagen im Besonderen habe. Ganz im Gegenteil! Persönlich beziehe ich Strom aus Solarzellen auf meinem Dach und wir beheizten unser Haus seit 21 Jahren mit Erdwärme.
Aber hier, beim avisierten Standort Käpfle, müssen sich die gewählten Interessenvertreter der Reutlinger Bürgerschaft schon im Klaren sein, wofür oder wogegen sie im Gemeinderat stimmen. 272 Meter hohe Windräder sind nicht nur eine Belastung für die unmittelbar betroffenen Teilorte Bronnweiler, Gönningen und Ohmenhausen, sondern werden auch von weiter weg gelegenen Teilorten, wie zum Beispiel von Degerschlacht, als neue städtebauliche Dominante wahrgenommen werden können. So misst zum Beispiel der Stuttgarter Fernsehturm lediglich 216 Höhenmeter. Schade, dass Gemeinderatswahlen erst wieder 2029 sind! OB-Wahlen sind indes schon 2027. Interessant zu wissen, wie sich OB Thomas Keck zu diesem Vorhaben stellt. Ist er doch nicht nur unser OB, sondern in Personalunion auch Vorsitzender des Reutlinger Schwäbischen Albvereins und stellvertretender Vorsitzender des SAV des Landes. Nach dessen Satzung ist es Auftrag und Verpflichtung Natur und Landschaft zu schützen und Naturdenkmale zu erhalten. Die Linde auf dem Käpfle ist ein solches Naturdenkmal und den unverstellten Blick auf Käpfle und Roßberg (Turm ) zu erhalten und zu gewährleisten, ist vornehmste Aufgabe eines SAV-Vorsitzenden. Der Vorsitzende von SAV und des Gemeinderats und die Gemeinderäte sollten sich dieser ihrer Verantwortung bewusst sein.
Dieter Hillebrand, Reutlingen
