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Aktuell Leserbrief

»Der schwäbische Imperativ«

Göllesbergsteige (per E-Mail)

Der schwäbische Imperativ lautet bekanntlich »mr sott«. Im Fall der Göllesbergsteige muss man ihn noch in der Fassung »mr sott jetz oifach amol ebbes macha« erweitern, nachdem die befahrbare Steige im Februar ihr Vierjähriges der prophylaktischen Sperrung feiert. Die Gemeinde Lichtenstein, die am 3. Februar 2022 schriftlich erklärt hat, Baumaßnahmen bis Ende 2022 abschließen zu wollen, ist dankenswerterweise gewillt, die Sicherung der Steige mit gesundem Menschenverstand und zu noch vertretbaren Kosten vorzunehmen, aber anderswo huldigt man dem Credo »am deutschen Naturschutzwesen sollen die Welt und der Albtrauf genesen«. Schade nur, dass die vielen schönen deutschen Normen sich wieder einmal als überzogen und weltfremd und als Hindernisse erweisen.

Nicht verschwiegen werden soll auch, dass die Sperrung der befahrbaren Steige vor allem dann, wenn die Honauer und die Holzelfinger Steige auch gleichzeitig gesperrt sind, ein riskanter Luxus ist. Irgendwie sollten der Notarzt und die Feuerwehr ja ihr Ziel noch erreichen, bevor der Patient tot und das Haus abgebrannt ist. Juristisch mag es im negativen Fall plötzlich interessant und teuer werden. Hoffentlich spüren auch Abgeordnete und das Landratsamt allmählich, dass Handlungsbedarf besteht. Zeit wär’s eigentlich.

 

Rainer Zeschmann, Lichtenstein