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Aktuell Leserbrief

»Das überfordert viele Leute«

E-Bike-Fahren (per E-Mail)

In letzter Zeit häufen sich die Berichte über schwere Unfälle mit E-Bikes. Jeder einzelne Fall ist einer zu viel und tragisch. Aber warum diese Steigerung? Viele »ältere« Leute (40 bis 60 Jahre), die sehr selten oder nur in der Jugend Fahrrad gefahren sind, hocken sich heutzutage auf so ein Elektro-Mofa. Ja, es ist ein Mofa. Ein Motor-Fahrrad. Vergesst die paar Watt, die ihr da mithelft. Dementsprechend sind dann auch die gefahrenen Geschwindigkeiten. Gerne auch volles Rohr durch den Stadtgarten, an Kindern vorbei oder durch unübersichtliche Radwegsituationen. Auch den Berg hoch über Stock und Stein auf die Alb ist kein Problem mehr. Leider ist Radfahren per se Sport, also auch nur das Draufsitzen und Fahren, Lenken, Bremsen, Gleichgewicht halten, Koordination. Und das überfordert viele Leute, die noch nie oder seit 40 Jahren nicht mehr Rad gefahren sind.

Mountainbiken war lange Zeit ein Privileg von Leuten, die das auch konnten. Wenn es auch immer einfacher wurde durch Federung, Scheibenbremsen und riesige Übersetzungen, man musste immer noch mit der Kraft des eigenen Körpers die Strecke bewältigen. Die Leute waren fit, konnten sich bewegen und hatten das Rad im Griff. Heute hockt sich jeder auf so ein E-Bike und denkt, er könne jetzt den Berg runter heizen. Was dabei passiert, liest man dann jeden Montag im GEA.

 

Frank Döderlein, Pfullingen