WASHINGTON. Aktuell ist eine Delegation aus Baden-Württemberg unter der Leitung von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut unterwegs an der Ostküste der Vereinigten Staaten. Bei Stationen in Washington, Atlanta und Orlando, wollen Vertreter der Wirtschaft sowie verschiedener Institutionen aus dem Südwesten bestehende Kontakte pflegen und neue Kooperationen anbahnen. Auch Vertreter aus dem Landtag sind dabei. Beim offiziellen Empfang in der Deutschen Botschaft in Washington zeigte sich die Ministerin trotz der aktuell komplizierten Handelslage optimistisch.
Die Fachdelegation, die neben den politischen Akteuren in die USA gereist ist, besteht aus Unternehmen der Mobilitätsbranche sowie aus der Luft- und Raumfahrt. »Baden-Württemberg will sich hier als hoch technologisiertes Bundesland präsentieren. Amerika ist trotz des zunehmenden Protektionismus immer noch unser wichtigster Partner in der Welt«, erläuterte Hoffmeister-Kraut beim Delegationsbriefing im Verbindungsbüro des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Washington (RGIT).
Schwierige Situation wegen US-Zöllen
Zwar sei die aktuelle Situation mit schwankenden Zöllen auf Waren, deren Komponenten und auch deren Abwicklung schwierig, doch biete jede Krise die Möglichkeit zur Neuausrichtung und neuen Perspektiven, argumentierte Hoffmeister-Kraut. Abseits der Regierung in Washington bekäme Baden-Württemberg weiterhin starke Signale einzelner Bundesstaaten, dass diesen weiterhin eine gute Partnerschaft wichtig sei. Das unterstrich auch Christoph Schemionek CEO des RGIT. Die USA haben für deutsche Exportgüter immer noch eine immense Bedeutung. Rund zehn Prozent aller Außenhandelswaren gehen in die Vereinigten Staaten. Zudem haben die deutschen Unternehmen mittlerweile rund eine Million direkte Arbeitsplätze dort geschaffen und ist damit zweitgrößter ausländischer Arbeitgeber sowie drittgrößter Investor.
Besuch bei IBM
Die Chancen für deutsche und baden-württembergische Unternehmen in den USA Fuß zu fassen, seien aktuell gut. Durch die Politik von Donald Trump, welcher sich im Wahlkampf auf die Fahnen geschrieben hatte, das Land zu Reindustrialisieren und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen, gebe es besonders beim Modernisierungsbedarf der amerikanischen Industrie Möglichkeiten, erklärte Jean Froehly, Abteilungsleiter für Wirtschaft, Handel und Finanzen bei der deutschen Botschaft.
»Es gibt nicht die eine USA. Es gibt viele Standorte mit vielen verschiedenen Situationen. Ganz besonders Baden-Württemberg hat hier Chancen. Wir sind genau dort anschlussfähig, wo es um Reindustrialisierung und Automation geht.« Am ersten Tag der Delegationsreise besuchten die Vertreter der Mobilitätsbranche das Innovationsstudio von IBM und im Ans-chluss ein Unternehmen das sich auf autonomes Fahren von Nutzfahrzeugen im Gelände spezialisiert hat.
Die Mitglieder aus dem Bereich Luft- und Raumfahrt besuchten die Aerospace Cooperation sowie die John Hopkins Universität, während die Politdelegation diverse Gespräche mit Regierungsvertretern führte. Gemeinsam trafen sich alle drei Parteien am Abend in der Deutschen Botschaft mit Bevollmächtigten deutscher Unternehmen und Institutionen sowie einheimischen Unternehmen. Am Morgen ging es dann weiter zur zweiten Station nach Atlanta. (GEA)

