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Roma wollen wegen möglicher Diskriminierung Treffen mit Bahn

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma strebt wegen der möglichen Diskriminierung von Roma-Flüchtlingen aus der Ukraine in einem ICE ein Treffen mit Bahnchef Richard Lutz an. Verbandschef Romani Rose bat Lutz um ein persönliches Gespräch, wie eine Sprecherin des Verbandes mitteilte. Eine Sprecherin der Bahn sagte dazu am Donnerstag in Berlin: »Wir haben dem Zentralrat bereits ein Treffen angeboten und sind zum weiteren Dialog jederzeit bereit.«

Romani Rose
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, in Heidelberg. Foto: Uwe Anspach
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, in Heidelberg.
Foto: Uwe Anspach

Hintergrund ist nach Darstellung des Zentralrats ein rassistisch motivierter Vorfall in einem ICE auf dem Weg von Basel nach Berlin am Freitag vergangener Woche. Eine Gruppe von 34 Roma soll im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe von Bundespolizisten und Sicherheitspersonal der Bahn gezwungen worden sein, den Zug zu verlassen. Das Zugpersonal habe ihren Flüchtlingsstatus angezweifelt. Damit hätten die Roma kein Recht auf Gratisfahrten. Zuvor soll im Bahnhof Mannheim Roma der Zugang zu einem Rückzugsraum verwehrt worden sein.

Der hessische Verbandschef Adam Strauß sprach von rassistischem Vorgehen. Geflüchteten Roma werde unterstellt, sich Leistungen erschleichen zu wollen. Es dürfe jedoch »nicht Geflüchtete erster und zweiter Klasse geben«. Die Bahnsprecherin versicherte, die Bahn arbeite »jedes einzelne Vorkommnis« auf. »Gleichzeitig sensibilisieren wir unsere Mitarbeitenden mit Blick auf die aktuelle Situation weiter.« Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung seien fest im Verhaltenskodex des bundeseigenen Konzerns verankert.

Pressemitteilung des Verbands

© dpa-infocom, dpa:220414-99-917951/2