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»Richtiger Fußball-Tempel«: Freiburg auf Europa-Kurs

Der SC Freiburg feiert einen hochverdienten Sieg gegen Aufsteiger Bochum und macht den nächsten Schritt Richtung Europapokal-Einzug. Trainer Christian Streich ist von der Kulisse begeistert. Sein Kollege vom VfL landet nach einer Roten Karte selbst auf der Tribüne.

SC Freiburg - VfL Bochum
Freiburgs Philipp Lienhart (l) in Aktion gegen Bochums Sebastian Polter. Foto: Tom Weller
Freiburgs Philipp Lienhart (l) in Aktion gegen Bochums Sebastian Polter.
Foto: Tom Weller

Unten auf dem Rasen tanzten die Spieler, oben auf den Rängen die begeisterten Fans. Durch ein hochverdientes 3:0 (2:0) über den VfL Bochum hat der SC Freiburg den nächsten großen Schritt Richtung Europapokal-Teilnahme gemacht. »Das Publikum hat uns heute wahnsinnig geholfen«, sagte Trainer Christian Streich über die tolle Atmosphäre, die die 34.000 Zuschauer im Europa-Park Stadion am Samstag kreiert hatten. Es sei »noch nie annähernd so laut gewesen« in der neuen Arena der Breisgauer, so Streich. Die Fans hätten »alles mitgerissen«, betonte er. »Es war ein richtiger Fußball-Tempel.«

Lukas Kübler (5. Minute) und Roland Sallai per Doppelpack (16., 53.) trafen für die starken Gastgeber. Die zogen nach Punkten zumindest vorübergehend mit dem Tabellenvierten RB Leipzig gleich, der am Sonntag noch bei Bayer Leverkusen zu Gast ist. Beim VfL sahen Mitte der zweiten Hälfte Mittelfeldspieler Konstantinos Stafylidis wegen eines Fouls (68.) und Trainer Thomas Reis, der sich über die Szene lautstark beschwert hatte, die Rote Karte. Sein Ärger habe sich aber nicht gegen das Schiedsrichter-Gespann, sondern den eigenen Spieler gerichtet, erklärte Reis hinterher.

Die Freiburger, die laut Trainer Streich »ein tolles Spiel gemacht« und sich »fußballerisch um einiges besser« als beim glücklichen 2:1 in Frankfurt in der Woche zuvor präsentierten, dürften nun auch mit reichlich Selbstbewusstsein zum DFB-Pokal-Halbfinale beim Zweitligisten Hamburger SV am Dienstag reisen. Die Bochumer liegen mit 36 Zählern weiter im hinteren Tabellenmittelfeld, haben den Ligaverbleib aber noch nicht sicher. Sie seien »in allen Belangen komplett unterlegen« gewesen, sagte Coach Reis. Er sei aber weiter »guter Dinge«, was das große Saisonziel Klassenerhalt betrifft.

Die Breisgauer dominierten die Partie komplett - und lagen nach einer guten Viertelstunde schon 2:0 vorne. Erst tauchte Außenverteidiger Kübler frei rechts im Strafraum auf und traf sehenswert in den linken Winkel. Dann erhöhte Offensivmann Sallai mit einem platzierten Flachschuss, der vom linken Innenpfosten ins Netz sprang.

Der VfL hingegen erzeugte zunächst so gut wie keine Torgefahr. Ein Kopfball von Sebastian Polter wurde von Freiburgs Abwehr-Ass Nico Schlotterbeck zur Ecke geklärt (18.) - viel mehr kam nicht von den Gästen. Ihr Trainer Reis wechselte zur Pause gleich dreimal. Doch noch bevor die Bochumer zur Aufholjagd hätten ansetzen können, folgte der nächste Rückschlag. Sallai köpfte nach einer schönen Flanke von Jeong zu seinem zweiten Bundesliga-Doppelpack ein. Den ersten hatte er im Dezember 2020 gegen den FC Schalke 04 erzielt.

Nachdem Schlotterbeck das 4:0 verpasst hatte (60.) wurde es nochmal kurz hektisch. Erst sah Stafylidis für ein heftiges Foul an Sallai an der Seitenlinie Rot, dann sein aufgebrachter Coach Reis. »Ich habe einen Scheibenwischer gemacht, dazu stehe ich auch«, sagte er. »Aber im Endeffekt bin ich ja respektlos gegenüber meinem Spieler, weil ich meinen Spieler gemeint habe, wie er so etwas machen kann.« Er habe gemerkt, dass der vierte Offizielle die Geste auf sich bezogen hätte, so der VfL-Trainer. Er habe sich erklären wollen, der Unparteiische sich aber nicht mehr darauf eingelassen.

Nach der Partie habe er nochmal das Gespräch gesucht, sagte Reis. Im Spielbericht sei das vermerkt worden. Nun müsse er eben abwarten. Die Schlussphase hatte er zwischen den SC-Fans auf der Tribüne verfolgt.

Kader SC Freiburg

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