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Neuer Landesbischof will Gottes Liebe in Welt tragen

Der neue evangelische Landesbischof von Württemberg, Ernst-Wilhelm Gohl, will den Menschen Gottes Liebe nahebringen. Der Auftrag der Kirche sei es, hinzugehen, zuzuhören und die Botschaft von Gottes Liebe zu verkünden, predigte Gohl am Sonntag in Stuttgart. Diese Liebe gebe niemanden auf und verändere Menschen zum Guten. »Die Welt braucht dringend Gottes Liebe.«

Ernst-Wilhelm Gohl
Der neue Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl. Foto: Thomas Rathay
Der neue Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl.
Foto: Thomas Rathay

Vertreter der württembergischen evangelischen Landeskirche hatten den Ulmer Dekan Gohl im März nach langen Beratungen zum Nachfolger von Frank Otfried July gewählt. »Gott hat mit Nicht-Helden seine Kirche gegründet«, sagte Gohl im Gottesdienst zum Bischofswechsel in der Stiftskirche. Und er werde sie mit Nicht-Helden weiter durch die Zeit bringen. »Kein Mensch, keine Kirche ist perfekt«, sagte der Bischof. »Wenn wir nicht perfekt sind, sind wir genau die Richtigen.«

Der 59-Jährige führt rund 1,87 Millionen Protestanten in der Landeskirche an. Vorgänger July war am Samstag vor genau 17 Jahren Landesbischof geworden und hatte das Amt damit nach Gohls Worten so lange inne wie keiner seiner Vorgänger. Unter den rund 600 geladenen Gästen waren Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Gohls Pendant auf badischer Seite, Landesbischöfin Heike Springhart, die selbst erst im Frühjahr ihr Amt angetreten hatte.

Gohl sprach in seiner Predigt auch über Zweifel. Gerade bei ethischen Fragen wünsche er sich mehr davon, sagte er etwa in Bezug auf den Krieg in der Ukraine. Eigentlich sei er überzeugt, dass Frieden nicht mit Waffengewalt zu erreichen sei. Doch Frieden ohne Gerechtigkeit werde es nicht geben: »Wenn ein Land überfallen wird, Dörfer und Städte in Schutt und Asche gelegt werden, grausame Verbrechen geschehen, wenn Teile der Bevölkerung in den besetzten Gebieten einfach deportiert werden - dann halte ich es für geboten, diesem Land zu helfen, sich gegen diesen brutale Angriff zu verteidigen.«

Mitteilung zu Mitgliederzahlen

Mitteilung zur Bischofswahl

SWR zur Übertragung des Bischofswechsel

© dpa-infocom, dpa:220724-99-137684/3