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Kretschmann: Kanzleramt muss grünes Ziel sein

Winfried Kretschmann (Die Grünen)
Mit einem grünen Mund-Nasen-Schutz spricht Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild
Mit einem grünen Mund-Nasen-Schutz spricht Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

STUTTGART. Die Grünen sollten aus Sicht von Winfried Kretschmann nach dem Kanzleramt greifen, falls sich die Chance darauf nach der Bundestagswahl im Herbst ergebe. »Wenn die Möglichkeit da ist, sollten wir das machen. Alles andere wäre ja auch höchst verwunderlich«, sagte der baden-württembergische Ministerpräsident der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Wenn dies nur in einer Koalition mit SPD und Linken möglich wäre, sollte auch dies ausgelotet werden. »Es ist bekannt, dass ich nicht so viel von dieser Konstellation halte, aber ich halte auch nichts von Ausschließeritis.« Das gelte aber nur für den Bund und nicht für Baden-Württemberg, wo am 14. März gewählt wird.

Im Bund deutet allerdings derzeit einiges auf eine schwarz-grüne Koalition hin. CDU/CSU liegen derzeit mit 36 bis 37 Prozent in den Umfragen vorn, die Grünen mit 19 bis 20 Prozent dahinter. Union und Grüne hätten zusammen eine satte Mehrheit und könnten die schwarz-rote Koalition ablösen. Ein grün-rot-rotes Bündnis geben die Zahlen momentan nicht her. Die SPD liegt zwischen 15 und 18 Prozent, die Linke bei 7 bis 8 Prozent. Die AfD käme auf 8 bis 10 Prozent, die FDP auf 5 bis 7 Prozent.

Kretschmann, der in Baden-Württemberg eine grün-schwarze Koalition führt, sagte auch: »Im Bund brauchen wir jedenfalls in diesen schwierigen Zeiten eine sehr stabile Koalition.« Bündnisse müssten sich nach dem ausrichten, »was der Souverän entscheidet. Das ist der Sinn der parlamentarischen Demokratie. Und wir sehen in den Bundesländern, zu welch unterschiedlichen Konstellationen das führen kann«.

Der einzige Grünen-Regierungschef in Deutschland hat keine Sorge, dass die CDU unter einem möglichen neuen Vorsitzenden Friedrich Merz die politische Ausrichtung ändern könnte. »Ich habe keine Angst vor irgendwelchen Kandidaten, die die CDU aufstellt. Die Kandidaten der CDU sind alles strukturiert denkende Menschen. Die liegen auch nicht so weit auseinander.« Die CDU wählt am 16. Januar einen neuen Parteichef, neben Merz sind NRW-Regierungschef Armin Laschet und der Außenpolitiker Norbert Röttgen im Rennen. (dpa)