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Knapp dem Tod entronnen: Frau erzählt von Unfall auf der A 8

Frau erzählt von ihrem Unfall auf der A 8. Lkw-Fahrer rammt Polo und fährt einfach weiter

Die Polizei sichert die Unfallstelle ab. Die Fahndung nach dem Fahrer, der Unfallflucht beging, war bislang erfolglos. FOTO: DPA
Die Polizei sichert die Unfallstelle ab. Die Fahndung nach dem Fahrer, der Unfallflucht beging, war bislang erfolglos. FOTO: DPA
Die Polizei sichert die Unfallstelle ab. Die Fahndung nach dem Fahrer, der Unfallflucht beging, war bislang erfolglos. FOTO: DPA

STUTTGART. Das Tief ist am Sonntag gekommen. »Da hatte ich einen richtigen Durchhänger. Ich war innerlich nur noch unruhig«, sagt Renate Berger (Name von der Redaktion geändert). Die 55-jährige Sindelfingerin hatte am Freitag einen Unfall, bei dem ein Lastwagenfahrer Fahrerflucht beging. Direkt nach dem Unfall habe sie »funktioniert«, sagt sie. Am Tag danach die Formalien in Angriff genommen, am dritten Tag dann konnte sie nicht mehr. »Ich kann es immer noch nicht glauben, dass er einfach weggefahren ist«, sagt sie über den Unfallverursacher. Und hofft, dass Zeugen noch zur Aufklärung beitragen können.

Renate Berger fuhr wie jeden Morgen ihre Pendlerstrecke zur Arbeit von Sindelfingen nach Leinfelden-Echterdingen. Im Bereich der Baustelle zwischen dem Stuttgarter Kreuz und der Anschlussstelle Möhringen geschah es: »Es hat einen gewaltigen Knall getan, und mein Auto geriet ins Schleudern«, berichtet das Unfallopfer.

»Ein paar Zentimeter weiter und ich wäre tot gewesen«

Die Ursache des Krachs war ein Lastwagen, der neben ihr fuhr – und dessen Fahrer sich offenbar im engen Baustellenbereich verschätzt hatte: Als er trotz durchgezogener Linie von der linken auf die rechte Spur wechseln wollte, streifte er an der Fahrerseite des VW Polo entlang. Er hatte den schwarzen Wagen wohl übersehen. »Er hat das ganze Auto aufgerissen«, beschreibt die 55-Jährige. »Ich muss einen Schutzengel dabeigehabt haben. Ein paar Zentimeter mehr, und ich wäre tot gewesen«, sagt sie, immer noch ganz unter dem Eindruck des Unfalls.

Die ersten Sekunden waren pures Funktionieren: »Ich wusste, dass ich das Auto in der Spur halten muss, als es anfing zu schleudern. Das ging alles ganz automatisch.« Der erste Schreck kam beim Anhalten. »Als ich bremste, fielen mir die Splitter der Fahrertürscheibe in den Schoß. Ich hatte den ganzen Tag noch überall Glaskrümel – in den Schuhen, auf der Haut, keine Ahnung, wie das da hingekommen ist«, erzählt die 55-Jährige. Dann ging sie ums Auto und sah das Ausmaß der Zerstörung. Und merkte, dass der Lastwagenfahrer 100 bis 150 Meter weiter vorne angehalten hatte.

»Da dachte ich, alles ist in Ordnung, er wird nun zu mir kommen«, sagt Berger, und stellte ihr Warndreieck auf, während eine aufmerksame Autofahrerin, die angehalten hatte, sich um die 55-Jährige kümmerte und einen Notruf absetzte. Doch dann der Schreck: Der weiße Laster fuhr weiter. »Der Abschleppdienst hat die Teile auf der Fahrbahn aufgesammelt. Das Trittbrett vom Lastwagen ist dabei«, sagt Renate Berger. Richtig erschrocken sei sie, als der Mitarbeiter der Firma das herausgerissene Schloss ihrer Fahrertür fand. »Es war so knapp«, sagt sie.

Am Auto, das acht Jahre alt ist, ist aller Voraussicht nach Totalschaden entstanden. Der Gutachter der Versicherung muss das noch klären, so Berger. Die Polizei hatte bei einer ersten Einschätzung einen Schaden in Höhe von 5 000 Euro angegeben.

Nun werden Zeugen gesucht, die am Freitag, 9. November, auf der Autobahn A 8 bei Möhringen in Richtung München den weißen Lastwagen gesehen haben, der an der Beifahrerseite beschädigt sein muss. Der Unfall geschah gegen 7.30 Uhr. Hinweise nimmt die Autobahnpolizei entgegen. (GEA)

 

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