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Grünen-Bundestagsabgeordnete aus der Region fordern Verbesserung der Schienen-Infrastruktur

Mit dem Abellio-Zug nch Stuttgart - Endhaltestelle Osterburken - gibt es viele Pünktlichkeits-Probleme. Foto: Frank Pieth
Mit dem Abellio-Zug nch Stuttgart - Endhaltestelle Osterburken - gibt es viele Pünktlichkeits-Probleme.
Foto: Frank Pieth

STUTTGART/BERLIN. Mehr Züge, mehr Fahrgäste, aber immer noch die gleichen alten Schienen und Signale. Die drei Grünen-Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Reutlingen), Chris Kühn (Tübingen) und der bahnpolitische Sprecher der Partei, Matthias Gastel (Filderstadt) haben in einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Bahnvorstand Richard Lutz Verbesserungen bei der Infrastruktur gefordert. Die Parlamentarier hatten sich vor einigen Wochen mit Bahnexperten und Anbietern zu einem Fachgespräch getroffen, sagt die Reutlingerin Beate Müller-Gemmeke. Im Kern geht es um vier Punkte:

Ausweichstellen: Wenn zwischen Tübingen und Reutlingen ein Zug liegen bleibt, blockiert er die Strecke für die Folgezüge. »Eine Überleitmöglichkeit etwa auf Höhe Wannweil/Kirchentellinsfurt würde für eine Entspannung sorgen«, schreiben die drei Abgeordneten. »Die Schieneninfrastruktur darf nicht nur auf pünktliche Züge ausgelegt sein, sondern muss auch bei Störungen funktionsfähig sein.«

Signale: Zwischen Metzingen und Nürtingen gibt es nur ein sogenanntes Blocksignal. Bei einer Störung muss der Lokführer bis zum nächsten Signal auf Sicht fahren – tagsüber mit maximal Tempo 40, nachts mit Tempo 15. Die Abgeordneten schlagen zwei weitere Blocksignale vor.

Tempo: Die Züge können bis zu 160 Stundenkilometer schnell fahren, die Strecke ist aber für maximal Tempo 120 ausgelegt. Rund um die Bahnhöfe Metzingen, Nürtingen und Esslingen sogar für noch weniger. Nach Ansicht der drei Abgeordneten sollten die Kurven deshalb ausgebaut werden. »Höhere Geschwindigkeiten sollten teilweise für Reisezeitreduzierungen und teilweise für eine höhere Fahrplanstabilität genutzt werden«, heißt es im Brief. Man möge prüfen, wie die fahrbare Geschwindigkeit erhöht werden könne.

Bahnknoten Plochingen: In Plochingen kommt es zu Verzögerungen, weil Züge nur sehr langsam ein- und ausfahren können. Wegen Weichen und Gleisquerungen kann auch nicht gleichzeitig ein Zug aus Tübingen ein- und ein anderer in Richtung Ulm ausfahren. Deswegen müsse der Einbau schneller befahrbarer Weichen geprüft werden. Von Stuttgart 21 erwarten sich die drei keine Verbesserungen, weil dort keine Züge beginnen und enden könnten. Die sich daraus ergebenden Durchbindungen von Regionalzügen sorgen zwar für mehr umsteigefreie Verbindungen, sind aber zugleich auch störungsanfälliger. (GEA)