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Aktuell Familiendrama

Drei Tote nach Schüssen in Heidelberger Hochhaus

Es ist spät am Abend, als eine Bewohnerin Schüsse in einem Heidelberger Hochhaus hört. Sie vermutet das Schlimmste - und ruft die Polizei. Die macht in einer Wohnung tatsächlich einen grausigen Fund.

Das Hochhaus
Wohnungen sind nachts in einem Hochhaus noch erleuchtet. Foto: Frank Rumpenhorst
Wohnungen sind nachts in einem Hochhaus noch erleuchtet. Foto: Frank Rumpenhorst

HEIDELBERG. In einem Heidelberger Hochhaus sind nach Schüssen in der Nacht zum Mittwoch drei Tote gefunden worden. Die Ermittler gehen von einem Familiendrama aus, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Nach ersten Erkenntnissen ist der Täter unter den Toten. Es handelt sich demnach um zwei Männer und eine Frau. Eine Anwohnerin hatte Schüsse gehört und am Dienstag gegen 22.00 Uhr den Notruf gewählt. In der Wohnung im 15. Stock fanden die Polizisten auch eine Schusswaffe.

Weitere Details zu den Toten - etwa das Alter und ihre Beziehung zueinander - teilten die Ermittler zunächst nicht mit. Ein Polizeisprecher verwies am Morgen auf eine geplante Pressemitteilung im Laufe des Tages. Die genauen Abläufe der Tat müssten noch geklärt werden, sagte er. Kriminaltechniker seien noch am Tatort. Ob die drei gemeinsam in der Wohnung wohnten, war zunächst unklar.

Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei war Anwohnern zufolge mit rund zwanzig Fahrzeugen und einem Hubschrauber angerückt. Auch Polizeihunde waren im Einsatz und mehrere Rettungswagen. Um 0.30 Uhr drangen die Einsatzkräfte mit schwarzen Helmen und Schutzwesten in die Wohnung im obersten Stock, sprengten zwei Türen auf. Anwohner sagten, sie hörten einen lauten Knall.

Die Einsatzkräfte sperrten den Bereich um den Wohnkomplex im Stadtteil Emmertsgrund großräumig ab. Der Hausmeister sagte, die Polizei sei in dem Mehrfamilienhaus öfter im Einsatz. Die Gegend gilt als sozialer Brennpunkt. Der etwa 200 Hektar große Stadtteil liegt südöstlich von der bei Touristen beliebten Heidelberger Altstadt.

Hochhäuser sind dort typisch. Wegen der in den 1960er Jahren bestehenden Wohnungsnot war den Angaben zufolge damals beschlossen worden, eine Großwohnsiedlung mit Tausenden Wohnungen zu bauen. 1973 wurden demnach die ersten dieser Gebäude in Emmertsgrund fertig gestellt. Den einen Emmerstgrund gebe es aber nicht, wird auf der Homepage betont. »Der Stadtteil besteht aus verschiedenen Quartieren, die sich erheblich voneinander unterscheiden.« (dpa)