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Cem Özdemir empfiehlt Berlinern das belgische Politikmodell

Bundesagrarminister Cem Özdemir legt den Berliner Parteien für die Sondierungsgespräche auch einen Blick über die Staatsgrenzen ans Herz. Für Menschen außerhalb der Hauptstadt sei eigentlich ziemlich egal, wer da mit wem koalieren werde, sagte er angesichts der laufenden Gespräche der Parteien. »Die Hoffnung, dass es um die Stadt geht, dass man einander zuhört, nach gemeinsamen Lösungen sucht, die haben sie längst fahren lassen«, sagte er beim politischen Aschermittwoch der Grünen in Biberach an der Riß.

Cem Özdemir
Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. Foto: Marijan Murat
Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft.
Foto: Marijan Murat

Hilfreich könne zur Abwechslung das belgische Modell sein, empfahl Özdemir mit einem Augenzwinkern vor rund 600 Parteifreunden. »Dort wurde der Weltrekord mit sage und schreibe 600 Tagen ohne Regierung aufgestellt. Und Achtung: Der Wirtschaft ging es besser.«

Der Bundesminister, gebürtiger und überzeugter Schwabe mit dem entsprechenden Dialekt, nutzte die Gelegenheit auch, um eine Lanze für die Rolle der Schwaben in Berlin zu brechen. Man sei ja bereit, für Neuwahlen wie zuletzt viele Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt zu zahlen. »Aber Schwaben und Baden dafür bezahlen zu lassen und sie dann auch noch zu beschimpfen, das geht nicht«, sagte er.

Es gebe nun mal eine »Überfremdungsangst« wegen der Schwaben in Berlin. »Aber wir Schwaben sind ein rechtschaffenes Volk«, ergänzte der Grünen-Politiker. »Und da fangen offenbar in Berlin allein schon damit die Probleme an.« Im Einsatz für den schwäbischen Dialekt, der in der Hauptstadt immer mal wieder aufs Korn genommen werde, wolle er künftig demonstrativ in jeder Bäckerei nach »Weckle« fragen, der Berliner »Schrippe«.

© dpa-infocom, dpa:230222-99-695889/3